Die griechische Mathematik in ihrer Entartung.
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welchem nur in zwei heronische Bücher, in die Geometrie und indie erste stereonietrische Sammlung, unbedeutende Ueberreste sicheingeschlichen haben. Die erste Stelle lehrt bei grösserer Längeeines Grundstückes dessen Breite an verschiedenen Stellen zu messen,daraus eine Durchsclmiltsbreite zu berechnen und die Fläche alsRechteck zwischen dieser Durchschnittsbreite und der Länge zu be-trachten. 1 ) Die zweite Stelle gibt eine ähnliche Vorschrift fürKörperräume: eine nach oben sich verjüngende kreisrunde Säule sollals Cyliuder von gleicher Höhe betrachtet werden, für dessen Grund-fläche ein Mittelkreis gilt, dessen Durchmesser die halbe Summe desobersten und untersten Säulendurchmessers ist. 3 ) So Patrikius, wenndie Sätze wirklich in der Eiuschiebung in heronische Schriften,aus der wir sie kennen, auf den richtigen Urheber zurückgeführtsind, da sie ihrem Charakter nach ebensogut, ja fast noch besser,uralt sein könnten. Wer aber dieser Patrikius selbst war, ist zweifel-haft. Man kennt zwei Männer des Namens, einen der aus Lydien stammend 374 hingerichtet wurde, also in der That noch dem Endedes TV. S. angehört, einen zweiten aus Lykien , der schon in dasV. S. hinüberreicht und am Bekanntesten ist durch seinen SohnProklus , von welchem wir weiter unten zu reden haben.
Der andere Schriftsteller, an welchen wir vorher dachten, istTheon von Alexandria . 3 ) Er lebte, wie wir schon bei Gelegenheitder Zeitbestimmung des Pappus ('S. 374) angeben mussten, währendder .Regierung Theodosius des Grossen und zwar in Alexandria , woer, nach der Angabe des Suidas , am Museum lehrte. Wir wissendurch ihn selbst, dass er in Alexandria im Jahre 3(i5 eine Sonnen-finsterniss beobachtete. Seine Bemerkungen zu den chronologischen1 landtafeln des Ptolemäus erstrecken sich bis auf das Jahr 372.Das Todesjahr seiner nachher zu erwähnenden Tochter ist 415. Dassind lauter zusammenstimmende Jahreszahlen, welche an seiner Lebens-zeit einen Zweifel nicht auf kommen lassen.
Den Mathematiker interessiren vorzugsweise zwei Reihen vonArbeiten, welchen Theon sich unterzog. Zuerst gab er die Ele-mente des Euklid heraus, wie wir bei Besprechung diesesWerkes selbst ('S. 238) anführten, und vermehrte - bereichertedürfen wir kaum sagen — dieselben durch Zusätze von geringfügigemWerthe. Später verfasste er einen Commentar zu dem ptole-mäisclien Almageste , in welchem von der Euklidausgabe die
savants ä l'academie des inscriptions et helles-lettres. Serie /. Sujets diversd’erudition (Paris , 1854) pag. -220. Agrimc-nsoreu S. 112. ') Heron (ed.H ult sch) pag. ISO. Vergl. ebenda pag. 207, lin. 10—20. 2 ) Heron (ed.llultsch pag. 159. 3 ) Fabricius, Bihliotheca Graeca (ed. Harless) IX, 176,178-179.
Cantok, Geschichte der Mathem. I. *27