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Erster Band. Von den ältesten Zeiten bis zum Jahre 1200 n. Chr.
Entstehung
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422
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422 Kapitel XXIV.

Seltenheit alter Originalwerke zur Unmöglichkeit solche zu beschaffenauszuarten.

x Wenn wir tler Hypatia hier zu gedenken hatten, so liegt derGrund darin, dass ihr auch mathematische Schriften von Suidas nach-gerühmt werden, 1 ) Werke freilich, deren Ueberschriften ebensozweifelhaft sind wie ihr Inhalt. Die Einen machen mit kühnerInterpunktion „ und noch kühnerer Handhabung der griechischenSprache daraus einen Uommentar zum Diophant, eine astronomischeTafel, einen Uommentar zu den Kegelschnitten des Apollonius . DieAnderen übersetzen wahrscheinlich richtiger: 2 ) „Sie schrieb einenUommentar zu der astronomischen Tafel des Diophant und einenUommentar zu den Kegelschnitten des Apollonius .“ Gesichert istkeine der beiden Auffassungen. Gibt man, w T ie wir es tliun, derzweiten den Vorzug, so ist Zweifel darüber, ob Diophant, der Ver-fasser einer astronomischen Tafel, und Diophant, .der Algebraiker, einund dieselbe Persönlichkeit gewesen sein mögen. Das BeispielHipparchs zeigt uns, dass die Möglichkeit der Verbindung beiderschriftstellerischer Richtungen mindestens nicht auszuschliessen ist.

Hypatia war für geraume Zeit eine der letzten, wenn nicht dieletzte durch die Abfassung mathematischer Schriften bekannte Per-sönlichkeit in Alexandria . Früher bildete die Lokalisation andiesem Mittelpunkte mathematischer Bildung die wenn auch nichtausnahmslose Regel. Von Archimed bis Jamblichus verband dochimmer ein oder der andere Faden geistiger Zusammengehörigkeit dieSchriftsteller, die nicht in Alexandria lebten, mit jenem Uentrum.Allmälig wurde umgekehrt die Lostrennung von jenem Boden, derden Erzeugnissen schriftstellerischer Thiitigkeit wie den Schriftstellernals gleich gefährlich sich erwiesen hatte, zur Regel. Der Neuplatonismussetzte sich fort, aber hauptsächlich an jenem Orte, wo die Grund-legung der alten Schule stattgefunden hatte, in Athen , wo eineUniversität entstand an Einrichtungen, Sitten und Unsitten, Ge-bräuchen und Missbrauchen deutschen Universitäten vergleichbar. 3 )

Der Keim zur neuen athenischen Schule wurde vermuthlich nichtvon Alexandria aus, sondern von dem syrischen Ableger der Alexan-driner, von den Nachfolgern des Jamblichus gepflanzt. Mit der ört-lichen Rückkehr aus dem Oriente nach Hellas streifte der Neu-platonismus einen Theil seiner Ueberschwänglichkeit, seiner Mystikab. Das Studium der aristotelischen Schriften und damit verbunden

') fyQaipiv vn6uvr)(ict f lg dio<püvir]v r iv dfftpojofuxör navova iig xaxavixa ’AjioXltoviov vitcuvrjfia. ! ) Nessehnanu, Algebra der Griechen S. ‘248,dessen Auseinandersetzungen Hoehe in seiner Abhandlung nicht gekannt znhaben scheint. 3 j Zeller 111, 2, 675 flgg. und Hertzberg, Geschichte Griechen-ands unter den Körnern Bd. III. ^Halle, 1875.