Die griechische Mathematik in ihrer Entartung.
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dialektische Geistesübungen kameu wieder zu ihrem Hecht, undneben und nach Erklärern platonischer Schriften wurden die Jüngerder athenischen Schule die emsigsten Scholiasten des Aristoteles .Für uns haben indessen die ersten Schulvorstände in Athen und selbst derberühmte Syrianus kaum soviel Bedeutung, dass wir deren Namenanführen dürften.
Erst Proklus, 1 ) der Schüler Syrians, verlangt wieder unsereAufmerksamkeit. Als Sohn des byzantinischen Anwaltes Patrikiusvon Lykien, den wir (S. 417) vielleicht als Urheber zweier geodä-tischer Näherungsvorschriften kennen gelernt haben, ist Proklus 410geboren. Sein Tod erfolgte am 17. April 485. Marinus , seinSchüler und Nachfolger, der eine Biographie des Proklus verfassthat, erzählt von ihm, er habe als Knabe in der Heimath seinerEltern, wohin er denselben bald nach seiner Geburt folgte, dieSchule eines Grammatikers besucht, w-orauf ihn ein Rhetor Leonasmit sich nach Alexandria nahm, wo er Grammatik und Rhetorikstudirte. Nach kurzer Heimkehr in seine Vaterstadt Byzanz lag-erneuerdings in Alexandria philosophischen und mathematischen Studienob, letzteren unter der Leitung eines gewissen Heron, von welchemaber abgesehen von dieser einen Notiz durchaus Nichts bekannt ist.Der Unterricht der alexandrinischen Lehrer genügte bald dem streb-samen Jünglinge nicht. Sein Wissensdurst führte ihn nach Athen ,wo er von Syrian an die eigentlichen Quellen menschlichen Denkenshingeleitet wurde. So ward Proklus der naturgemässe Erbe Syriansals Schulvorstand in Athen und erhielt als solcher den Beinamen desNachfolgers, öindoxog, Diadochus , unter welchem er vielfach be-kannt ist. Von den Schriften des Proklus Diadochus kümmern unsweder die philosophischen Originalabhandlungen, noch die zahlreichen(Jommentare zu platonischen Schriften. Audi seine Sphärik, atpaign,ein blosser Auszug aus dem astronomischen Werke des Geminus, istfür uns ohne jede Bedeutung. Wir haben es nur mit dem Connnen-tare des Proklus zu den euklidischen Elementen zu thun, welcheruns im Verlaufe unserer bisherigen Untersuchungen so vielfach alsQuelle dienen musste, dass die Besprechung sich als nothwendig er-weisen würde, selbst wenn wir gar Nichts mathematisch Neues darausmitzutheilen hätten.
Der C o m m e n t a r des P r o k 1 u s zum I. Buche der eukli-dischen Elemente ist mehrfach herausgegeben, 2 ) und schon dem
') Zeller 1. c. 700 tigg. Hertzberg 1. c. 516 flgg. *) Deu ersten griechischenAbdruck besorgte Grynaeus in der Basler Euklidausgabe von 1533. Einelateinische Uebersetzung gab Barocius 1560. Auch Commandinus gab dieScholien zum I. Buche und zu den späteren lateinisch in seiner Euklidausgabcvon 1572. Eriedleins Textausgabe der Scholien zum 1. Buche (Leipzig , 1873)ist jetzt allgemein verbreitet.