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Erster Band. Von den ältesten Zeiten bis zum Jahre 1200 n. Chr.
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Kapitel XXIV.

Uebersetzer desselben in der zweiten Hälfte des XVI. S. legte sichdie Frage vor, ob l’roklus nur zum I. Buche der Elemente einenConnnentar verfasst habe, verfassen wollte? Die letztere Frage warsofort zu verneinen, da Proklus selbst am Ende des Coinmentars zumI. Buche einen solchen zu den gesannnten Elementen in Aussichtstellt, 1 ) und auch an sonstigen Stellen vorläufig ankündigt, was erin dem C'ommentare zum II., zum VI. Buche auseinandersetzen werde.Ob aber dieser Plan in Erfüllung ging, ob nicht etwa Proklus vor-hatte, was er nicht ausführte, darüber haben erst Entdeckungenneuer Scholien in griechischen Handschriften Aufschluss gegeben,welche mit einer an Sicherheit grenzenden Wahrscheinlichkeit demProklus zugeschrieben werden. 2 ) l’roklus bat also wirklich zu allenBüchern der euklidischen Elemente, wenige ausgenommen,einen Connnentar verfasst. Darüber freilich wird immer einiger

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Zweifel übrig bleiben, ob auch zu den späteren Büchern ein so um-fassender Coinmentar des Proklus existirt haben müsse wie zu dem 1.,ob die geringen Bruchstücke, welche uns davon erhalten sind, nurSplitter eines grossen Ganzen, ob sie etwa die Hauptsache des nichtVorhandenen darstellen. Wie man sich zu dieser Frage stellt, hängtwesentlich von der Meinung ab, welche man von dem Zwecke desProklus sich bildet. Wer da glaubt, Ä ) Proklus wollte nicht Geo-metrie lehren, sondern die geometrische Genauigkeit für die philo-phische Dialektik nutzbar machen, und nur philosophisches Interessehabe seinem ganzen Commentare als Kichtschnur gedient, der kommtnatürlich zur Vermuthung, das vornehmliche Interesse des Proklusmüsse erschöpft gewesen sein, als es sich in dem erläuterten Werkeum wirklich geometrische Sätze und nicht mehr um Erklärungen,um Forderungen, um Grundsätze und Grundwahrheiten handelte.Wer dagegen 1 ) I’roklus als Mathematiker anerkennt, dem es aufeinen Versuch der Verbesserung des grossen Meisters ankam, einenVersuch, zu welchem er Vorarbeiten älterer Exegeten und selbstän-diger Geometer, eines llerou, eines Geminus, eines Ptolemäus, einesPappus, eines Theon verwerthen konnte, ohne darum die pietätsvolle

’) Proklus (eil.Friedlein) -132, 9 sqq. *)DieScholien desl’roklus zu späterenBüchern hat C. Wac h smuth entdeckt. Vergl. dessen Aufsatz: ,.Handschrift-liche Notizen über den Connnentar des Proklus zu den Elementen des Euklides' 1im Rhein . Museum für Philologie ^1863). Neue Folge XVIII, 132—135. Ebenda(1864) XIX, 452 einen Aufsatz von Ilultsch. Programme von Knoche, Her-ford, 1862 und 1865 und von L. Majer, Tübingen , 1875. 3 ) Dieser Meinung istKnoche in seinen beiden Programmen. Vergl. Untersuchungen über desProklus Diadoehus Connnentar zu Euklids Elementen 1862, S. 14 und 21. Unter-suchungen über die neu aufgefundenen Scholien des l’roklus Diadoehus zuEuklids Elementen 1865, S. 36 und 45. 4 ) So L. Majer, Proklus über die Petitaund Axiomata bei Euklid 1875, S. 29.