Die griechische Mathematik in ihrer Entartung.
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Bewunderung dessen aus den Augen zu verlieren, den er mit demganzen Altertlimne vorzugsweise den Elementenschreiber nennt, werdieser Meinung huldigt, kann nicht anders als auch für die auf dasI. Buch folgenden Bücher einen gleich vollständigen Connnentar an-znnehnien, muss den Verlust schmerzlich bedauern, mit welchemihm zugleich die reichste Quelle für die Geschichte griechischerMathematik verloren ging. Wir selbst möchten in dieser persön-lichem Dafürhalten weiten Spielraum lassenden Frage nicht Parteiergreifen, wenn wir auch mit der zuletzt dargelegten Meinung unsbesser als mit der ersteren befreunden können. Wir besitzen aberneben dem fortlaufenden Commentare des Proklus zum 1. Buche derElemente nur kürzere, theilweiso allerdings geschichtlich werthvolleScholien zu einzelnen Sätzen späterer Bücher und müssen wohl oderübel uns damit begnügen.
Was von eigenen Leistungen des Proklus hervorgehoben werdenkann, ist theilweise ziemlich dürftig,') theilweise lässt sich nicht mitBestimmtheit ermessen, ob Proklus der Erfinder oder nur der Be-richterstatter ist. Ersteres dürfte höchst wahrscheinlich für ver-schiedene Einwürfe gegen die euklidische aber auch gegen dieptolemäische Parallelenlehre der Fall sein, 2 ) so wie für die Ent-stehung der Ellipse als geometrischer Ort eines bestimmten Punkteseiner gegebenen Strecke von beständiger Länge, welche alle Lagenannimmt, bei denen die beiden Endpunkte die Schenkel eines rechtenWinkels durchlaufen. 3 )
Nach dem Tode des Proklus ging es auch mit der UniversitätAthen entschieden abwärts. Es ist nicht unsere Aufgabe diesenSatz allgemein zu begründen, aber eine blosse Nennung der Namenderer, die als Schulvorstände auf Proklus folgten, und der mathe-matischen Leistungen, welche von ihnen berichtet werden, genügt,die Wahrheit desselben für unsere Wissenschaft festzustellen. Daerscheint zuerst Mari uns von Neapolis, einer Stadt, die mansich wohl hüten muss mit Neapel zu verwechseln. Die Ileimath desMarinus war vielmehr Flavia Neapolis in Palästina, das alte Sichern.\ on Marinus ist uns als Mathematisches nur eine Vorrede zu deneuklidischen Daten bekannt. Noch bei Lebzeiten des Marinus undauf dessen eigenen Wunsch liess Isidorus von Alexandria sichbestimmen an seine Stelle zu treten. Isidorus erfreute sich allerdingsverhältnissmässig grosser Berühmtheit. Ihm ward ein Beiname zuTheil, welcher überhaupt nur zweimal, und, so viel bekannt ist, nurvon zwei Schriftstellern einem griechischen Philosophen beigelegtworden ist, ') der Beiname des Grossen. Der Verfasser des Sophisten,
') Knoche, Programm von 1862, S. 16 flgg. 2 ) Vergl. Majers Programm.3 ) Proklus (cd. Friedlein) pag. 106, lin. 12—15. 4 ) Th. II. Martin, Sur