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Kapitel XXIV.
Bibliothek sich verwandt habe. Omar aber habe deren Vernichtungbefohlen, denn „entweder enthalten die Bücher das, was im Koran steht, dann brauchen wir sie nicht zu lesen, oder sie enthalten dasGegentheil dessen, was im Koran steht, dann dürfen wir sie nichtlesen“, und nun sei während 6 Monaten die Feuerung der BäderAlexandrias mit den Bücherrollen der Bibliothek vollzogen worden.Die zweimalige Zerstörung der Bibliotheken im Brucheion und imSerapistempel hat aber gewiss nicht eine dritte grossartige Bibliothek-in Alexandria entstehen lassen, am Wenigsten eine so umfangreiche,wie Abulpharagius in der von ihm behaupteten Verwendung derBücher bezeugt, und so wird der ganze Bericht dieses auch unter demNamen Barhebräus bekannten den Arabern keineswegs günstig ge-sinnten syrischen Christen des XIII. S. einigermassen verdächtig,wenn auch andererseits nicht verkannt werden soll, dass Antwortund Handlungsw-eise mit dem Charakter des zweiten NachfolgersMohammeds wohl verträglich sind, der in der That nach Unterwerfungder Hauptstadt der Sassaniden die dort vorhandenen Bücher in den Tigriswerfen liess und auch sonst sich bildungsfeindlich erwies.')
Nach Konstantinopel , wie seit 330 das alte Byzanz hiess,noch bevor es die Hauptstadt des besonderen Reiches wurde, welchesman nach dem älteren Namen des Kaisersitzes das byzantinische zuneunen pflegt, hatte Justinian ganz besonders Rechtsgelehrte, derZahl wie der Bedeutung nach überwiegend, berufen, aus deren Ver-einigung eine Rechtsschule als Mittelpunkt einer dort ansässigenGelehrsamkeit entstand. Auch Mathematiker werden uns hier be-gegnen, welche aber nur den Eindruck zu verstärken geeignet sind,den wir schon erhalten haben, dass es in immer rascheren Sprüngenbergab ging mit der einstmals so hoch emporgedrungeneu griechischenWissenschaft, dass dann später für die Mathematik wie für benachbarteKenntnissreihen eine Pause im Niedergange wieder eintrat, dassaber auch für jene späte Zeit — es handelt sich um das XIV 7 . S. —den Byzantinern nicht mehr nachgerühmt werden kann, als einneuerer Vertheidiger ihrer Bildung für sie in Anspruch nimmt,-)nämlich eine erhaltende Thätigkeit ausgeübt zu haben. Man möchte,insbesondere für die Zeit vom IX. bis zum XI. S., meinen, es seiendie geistig bedeutenderen Leute gewesen, die in der Fremde ihreKenntniss der griechischen Sprache und anderer Idiome dazu benutzten,Uebersetzungen der grossen griechischen Mathematiker anzufertigeii,die man zu Hause nicht mehr studirte, jedenfalls in meist unfrucht-barer Weise studirte.