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Erster Band. Von den ältesten Zeiten bis zum Jahre 1200 n. Chr.
Entstehung
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Die griechische Mathematik in ihrer Entartung.

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Wir verweilen einen Augenblick bei einer geodätischen Ab-handlung, welche, seit sie 1572 in lateinischer Uebersetzung desBarocius bekannt wurde, für das Werk eines Heron des Jüngerengalt, den man wohl in das V11. auch in das VIII. S. zu setzen liebte.Gegenwärtig ist der griechische Text nebst einer französischen Ueber-setzung leicht zugänglich, 1 } und über Ort und Zeit der Entstehungist kaum ein Zweifel geblieben. 2 ) Die Oertlichkeit, auf welche die inder Abhandlung vorgenommenen Messungen sich beziehen, ist alsdie Rennbahn von Konstantinopel erkannt worden, jene berühmte Renn-bahn, welche so oftmals zu grossen politischen Versammlungen diente,von wo aus meuterische Volkshaufen sich in die .Strassen der Haupt-stadt ergossen, Umwälzungen einleitend und vollendend. VorkommendeBeobachtungen von Sterndistanzen haben ferner zur Zeitbestimmungführen können und haben ergeben, dass jene Geodäsie in Konstanti-nopel ziemlich genau im Jahre 938 geschrieben worden sein muss.Wie aber der Verfasser hiess, ob Heron, wie man sonst zu sagenptlegte, ob anders, darüber ist nicht das Geringste bekannt, und viel-leicht befreundet man sich am Ersten damit ihn mit uns als den un-genannten Feldmesser von Byzanz zu bezeichnen. Wir habenseiner Abhandlung (S. 121) ganz im Vorübergehen gedenken dürfen, alsin welcher ein sehr spätes Zeugniss für den Beweis der Winkelsummedes Dreiecks von der Winkelsumme des Vierecks aus vorlag. Wirmöchten jetzt an eben diesen Beweis in dem Sinne erinnern, als erfür das Musterwerk des ungenannten Verfassers zur Vermuthuugführt, dasselbe habe die Betrachtung des Vierecks überhaupt der desDreiecks vorangehen lassen. Welches Musterwerk aber ihm diente,ist auf den ersten Anblick klar: kein anderes als das feldmesserischeWerk des Heron von Alexandria , der übrigens selbst genannt ist 3 ),und dessen Abhandlung über die Dioptra insbesondere man in derNachbildung nicht verkennen kann. Damit ist zugleich gesagt, dassdie Schrift des Ungenannten nicht schlecht ist. Wer so wenig wieer von einem trefflichen Muster sich entfernte, konnte Unbrauchbaresnicht liefern.

Das gelang viel besser einem Michael Psellus . Dessen letzteSchrift ist von 1092 datirt, er lebte also bis zum Ende des XI. S.Er hatte den Beinamen Erster der Philosophen, ein Beiname,der ihn nicht zu schmücken vermag, sondern nur den Zeitgenossenzur Unehre gereicht. Er hat unter vielem Anderen auch über die

‘) Geodesie de Heron de Bysance ed. Vincent. Notices et extraits des

manuscrits de la bibliotheque imperiale. Daris, 1858. T. XIX, 2. partie. 2 ) Dieabschliessenden Untersuchungen von Th. II. Martin in seiner häulig ange-führten Abhandlung: Becherchcs sur la vic et les ouvrayes d'Heron d’Alexandrie.

3 ) Geodesie de Heron de Bysance (ed. Vincent) pag. 3G8.