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Kapitel XXV.
ging der Zug nach Süden und trieb ältere Bewohner vor sich her,vielleicht verwandt mit den Sikulern, den Einwohnern von Sicilien,deren Name in alten ägyptischen Urkunden zu den bekanntesten ge-hört. Wann diese Ereignisse stattfanden, ob mehr als 1000 Jahrevor unserer Zeitrechnung, wie aus der Zusammenstellung mit Persön-lichkeiten des trojanischen Krieges, die vielleicht mehr als eine Sageist, hervorgehen könnte, darüber schwebt wieder tiefes Dunkel, kaumerhellt seit Auffindung jener alten Todtenstadt am Albauersee'),deren Graburnen unter einer Aschendecke vulkanischen Urprungs sicherhalten haben, über welche Jahrhunderte einen Pflanzenwuchs her-vorriefen, der selbst wieder in einer einen halben Meter mächtigenPeperinschicht eine zerstörende und zugleich schützende Decke fand.Welche Rolle bei den Wanderungen und Niederlassungen auf derappeninischeu Halbinsel die Etrusker spielten, welchem Völkerstammeüberhaupt diese angehörten, ist ein weiterer Gegenstand wissenschaft-lichen Zweifels, und dieser Zweifel erstreckt sich soweit, dass mannicht einmal darüber einig ist, ob diejenigen Sitten und Gebräuchethatsächlich als etruskisch gelten dürfen, welche römisch-priesterlicheUeberlieferung uns als etruskisch bezeichnet hat.
Wir können und müssen uns genügen lassen, auf das Vorhanden-sein dieser vielen Räthselfragen von ausgesuchter Schwierigkeit hin-zuweisen, so wichtig deren Lösung grade für die Geschichte derMathematik wäre. Den Etruskern nämlich gehören mutlimasslichdie Zeichen au, welche als Zahlzeichen den Römern dienten, ihnenwird zugeschrieben, was als praktische Feldmessung der Römersich erhalten hat.
Wir wollen mit den Zahlzeichen unsere Erörterungen be-ginnen. Zahlenbezeichnung, wenn auch nicht durch Zahlzeichen,war es, wenn die Etrusker, wenn ihnen folgend die Römer in demHeiligthume der Minerva alljährlich einen Nagel einschlugen um dieZahl der Jahre vorzustellen. 2 ) Zahlzeichen sind diejenigen Charaktere,welche allmälig zu Buchstabenform sich abändernd das bilden, wasgegenwärtig als römische Zahlzeichen bekannt ist. 3 ) Wie die ganzeSchrift der Römer und der Etrusker bei hervorragender Aelinlichkeit
‘) De Eossi in den Annal. delV Instit. 1867, pag. 36 sqq. a )LiviusVlI, 3.Vergl. fiir andere Stellen Fried lein, Die Zahlzeichen und das elementareRechnen der Griechen und Römer und des christlichen Abendlandes vom 7. bis13. Jahrhundert. Erlangen , 1869, S. 19. Noch andere Analoga wie z. 13. einzelneStriche, farbige Steinchen als Zahlenbezeichnung sind mit Beispielen belegt beiRocco Bombelli, Studi archeologico-critici circa l’antica numerazione italicaParte I. Roma, 1876, pag. 31. 3 ) Ottfried Müller, Die Etrusker Bd. II,
S. 312—3:10. Breslau , 1828. Th. Mommsen, Die unteritalischen Dialekte (be-sonders S. 19—34). Leipzig , 1850. Math. Beitr. Kulturi. S. 161 flgg. Fried-lein 1. c. S. 27 flgg. R. Bombelli 1. c. pag. 33.