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Erster Band. Von den ältesten Zeiten bis zum Jahre 1200 n. Chr.
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Kapitel XXV.

ferramentum. An den Enden der Lineale lierabhiingende Bleisenkel,muthmasslicli 4 an der Zahl, wenn auch die Abbildung auf demGrabsteine nur noch deren 2 erkennen lässt, verbürgten die wag-rechte Aufstellung.

Mittels dieses Kreuzes Hessen in der Tliat die beiden Handlungensich vollziehen, die wir den Auguren bei Absteckung des Templumzuweisen mussten: es Hess sich das eine Lineal in die Richtung nachdem Aufgange der Sonne bringen, und das andere Lineal zeigtedann von selbst die dazu senkrechte Richtung an. Decimanus undCardo konnten abgesteckt werden. Noch eine weitere feldmesserischeVorrichtung haben wir als uralt auf italischem Boden zu denken: dieAbmessung von bestimmten Strecken in gegebener Richtung, denn dieLändereien waren in lauter gleiche Rechtecke abgetheilt, derenSeiten ursprünglich wohl von gleicher Länge gewesen sein werden,in späterer Zeit im Verhältnisse von 1 zu 2 standen. 1 )

Die Vereinigung des Grorna mit der Messstange genügte alsdannbereits zur Auflösung praktisch nicht unwichtiger Aufgaben, z. B.der Aufgabe die Breite eines Flusses von einem Ufer aus zumessen ohne den Fluss zu überschreiten, eine Aufgabe, für welcheein bestimmter Name, fluminis varatio, bekannt ist. Bei einem aller-dings vermutklick ziemlich späten Schriftsteller hat sich eine Methodezur Lösung dieser Aufgabe erhalten, 2 ) die wohl mit Recht einealtitaliscke genannt und im Vergleich zu ganz ähnlichen Verfahrungs-weisen gebracht worden ist, zu welchen nordamerikanische Natur-völker unbeeinflusst von europäischer Wissenschaft sich aufzuschwingenvermocht haben. Das Verfahren ist nämlich, wenn auch zutreffend,über die Maassen schwerfällig. Es zeichnet die nicht unmittelbarzugängliche Länge selbst auf das Feld mittels congruenter Drei-ecke und lässt sie in dieser getreuen Wiederholung messen, stattdass Berechnung einträte aus Verhältnissen von Seiten ähnlicherDreiecke.

Mit diesen Bemerkungen haben wir aber keinenfalls zu wenigder altitalischen Geometrie zugewiesen, welche somit als eine nurdem täglichen Bedürfnisse gewidmete eines wissenschaftlichen An-striches entbehrende sich kennzeichnet.

Cavedoni lenkte dann in Bulletino archeologico napoletano, nuova Seria,anno 1° die Aufmerksamkeit auf den 11. Stein mit der Abbildung des Groma .Vergl. Giov. Rossi, Groma e squadro 1877, pag. 43 und Figura 3. ') Stellen

dafür vergl. Agrimensoren Anmerkung 260. *) Römische Feldmesser I, 285—286.Vergl. Agrimensoren S. 108, Günthers Recension dieses Buches in der Bei-lage zur Allgemeinen Zeitung, 21. März 1876 und Narrative of ihe travels andadventures of Monsieur Violet cct. by Capt. Marryat. Ghapter IX (Tauchnitz-edition pag. 64—65).