458 Kapitol XXVI.
seiner würdig gestellt hatte, mit der Aufgabe der Kalenderver-b e s s e r u n g.
Das römische Jahr, 1 ) der Sage nach von König Koinulus zu304 Tagen angenommen, wurde durch Numaauf 355 Tage verlängert,womit jenes Janusdenkmal zusammenhäiigt, dessen gekrümmte Fingereben diese Zahl darstellten. Der noch immer mangelhaften Jahres-länse wurde im Jahre 304 der Stadt durch die Decemvirn, wie esscheint, mittels eines Schaltmonates nachgeholfen, der alle zwei Jahreabwechselnd mit 22 und mit 23 Tagen eingeschoben wurde. Jetzt wardas Jahr wieder zu lang, und zwar nahezu um 1 Tag, denn
4.355 + 22 + 23 = 1465 = 4.366 * • Es musste also von Zeit zu
Zeit ein Schaltmonat weggelassen werden, erst regellos dann im24jährigen Schaltcyklus. So trat allmälig eine heillose Unordnungein, so zwar, dass die Chronologie hinter dem wirklichen Jahre umvolle 85 Tage zurückblieb. Cäsar war eben siegreich aus dem alexan-drinischen Feldzuge zurückgekehrt, welcher die Jahre 48 und 47 inAnspruch nahm, als er beratheu von Sosigenes die chronologischeFrage ins Reine brachte, so dass die Vermuthung nahe liegt Sosi-genes, der von Simplicius ein Aegypter, von Plinius ein Peripate-tiker genannt wird, 2 ) sei selbst Alexandriner gewesen, und habenoch aus den Schätzen der alexaudrinischen Gelehrsamkeit schöpfendvon der Kaleuderverbesserung aus dem Jahre 238 unter König Ptole-mäus Euergetes I. gewusst, deren wir (S. 283) gedacht haben. Jeden-falls war Cäsars Einrichtung die gleiche, welche damals in Alexan-dria getroffen worden war. Das Jahr 46 war das letzte Jahr derConfusion, ein Name, welcher ihm geblieben ist. Die 85 fehlendenTage wurden in ihm eingeschaltet, und nun sollte jedes Jahr aus365 Tagen bestehen, und zur Ergänzung alle 4 Jahre zwischen dem26. .und 27. Januar oder römisch gesprochen zwischen dem diesseptimus und sextus ante Calendas Februarias ein Tag als bissextuseingeschaltet werden, woraus der Name des bissextilen Jahres fürdas Schaltjahr entstand.
Noch ein zweiter grosser Gedanke war in Cäsars Geiste erwachtoder erweckt worden, der einer Vermessung des ganzen römi-schen Reiches, wie sie unserer früheren Bemerkung (S. 452)gemäss schon insofern nöthig war, als das ganze Reich ein Templumsein musste, ein wohlorientirtes Eigenthum mit gleichmässig ge-richteten, gleicluuässig abgesteckten Grenzen. Auch für diesenGedanken war Cäsar schriftstellerisch thätig, wenn man einer Aus-