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Erster Band. Von den ältesten Zeiten bis zum Jahre 1200 n. Chr.
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Die Rlüthezeit der römischen Geometrie. Die Agrimensoren.

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sage trauen darf, welche den Ursprung römischer Feldmesskunst miteinem Briefe Casars in Verbindung setzt. 1 ) Doch leider ist vondiesem Briefe so wenig wie von der astronomischen Schrift eineigentlicher Ueberrest auf uns gekommen. War der Gedanke derReichsvermessung durch Andere in Cäsar angeregt worden, so müssenoffenbar auch hier Alexandriner mit im Spiele gewesen sein. Wenig-stens waren es Männer mit durchaus griechisch klingenden Namen,welchen verschiedenen Quellen nach Cäsar die Ausführung seinesGedankes anzuvertrauen gedachte oder schon übertragen hatte, alser am 15. März 44 v. Chr. unter Mörderhand verblutete.

Augustus liess das Werk nicht unerfüllt. 2 ) Keinen Geringerenals M. Vipsanius Agrippa betraute er mit der Leitung des ganzenUnternehmens, und unter diesem scheint ein Oberwegemeister Baibusthätig gewesen zu sein, der Eine wie der Andere vielleicht nur mitihrem Namen hei der Angelegenheit betheiligt, um dem Unternehmenwenigstens einen römischen Anstrich zu verleihen, wenn es vonRömern nicht ins Werk gesetzt werden konnte. Fühlte man auch,dass Griechen allein fähig w r aren das Gewünschte zu leisten, so trugman doch wohl eine gewisse Scheu sie den Ruhm ihrer Leistungdavontragen zu lassen, und so ist von der Reichsvermessung balddes Augustus, bald des Agrippa , bald des Baibus die Rede, welchedie Zeit von 37 bis 20 v. Chr. im Ganzen in Anspruch genommenhaben dürfte. Ergebniss derselben war die Verbürgtermassen einstvorhandene grosse Landkarte, welche den Namen des Agrippa führte,und welche in einer besonders dazu aufgebauten Säulenhalle „derWelt die Welt als Schauspiel darbot; 3 )“ Ergebniss die geographischenCommentarien des Agrippa , auf welche ganze Bücher aus der Natur-geschichte des Plinius sich stützen.

Die gleiche Zeit ungefähr dürfen wir zuversichtlich als diejenigebetrachten, während welcher die mathematischen Schriften denRömern einigermassen bekannt wurden, deren die griechischen Feld-messer sich bei ihren Arbeiten bedienten, und deren Werth [auchfür den Nicht-Sachverständigen aus der Trefflichkeit dieser Arbeitensich erschlossen liess. Was das aber für Schriften waren, ist keinemZweifel unterworfen. Es war vor Allen der „Heron“, das feld-messerische Handbuch des Alexandriner, welcher so auf italischemBoden Eingang fand. Es war aus ihm ebensowohl die Feldmesskunst

') Nunc ad epistolam Julii Caesaris veniamus quod ad huius artis originempertinet. Römische Feldmesser I, 395. 2 ) Die letzte Schrift über die grosse

Reichsvermessung ist die breslauer Habilitationsschrift von J. Partsch, DieDarstellung Europas in dem geographischen Werke des Agrippa 1875. AeltereLiteratur vergl. Agrimensoren S. 82—84. 3 ) Plinius , Histor. natural. III, 2:

Urbem tcrrarum orbi spcctandum propositurus erat.