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Erster Band. Von den ältesten Zeiten bis zum Jahre 1200 n. Chr.
Entstehung
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466
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Kapitel XXVI

mit mathematischen Dingen, wie wir sie oben (S. 457) angeküudigthaben, er weiss, dass er von seinen Lesern nicht verstanden werdenwird, dass er mit seinem Wissen vereinzelt dasteht, aber er kann esdoch nicht unterlassen wenigstens nebenbei Sätze zu erwähnen, diefiir ihn Interesse besitzen.

Dem Geburts- wie dem Todesjahre nach wieder nahe bei Quintilian wird Sextus Julius Frontinus ') von 40—103 angesetzt. Er ge-hörte dem Staatsdienste an, während Vespasianus , Titus, Domitianus,Nerva und Trajanus als Kaiser auf einander folgten. Unter Domitianus Regierung scheint er mit Vorschriften über die Eeldmesskunst erstmaligals Schriftsteller aufgetreten zu sein. Kriegswissenschaftliche Schriftenfolgten rasch. Ein uns einzig vollständig und unverfälscht durch fremdeZuthaten erhaltenes Werk in zwei Büchern über Wasserleitungen,unter Nerva begonnen, unter Trajan etwa im Jahre 98 beendigt,bildet den Schluss seiner schriftstellerischen Thätigkeit. Für dieGeschichte der Mathematik bietet es kaum Etwas mit Ausnahme vonziemlich zahlreichen Berechnungen von Umfängen von Wasserleitungs-röhren aus ihren Durchmessern, bei welchen die Verhältnisszahl7i = 3) benutzt ist, so weit die römischen Duodecimalbrüche, mitdenen allein operirt ist, es gestatten die Verhältnisszahl zu erkennen.Wenn Frontinus in der Vorrede zu dieser Schrift sagt: nachdemKaiser Nerva ihn dem sämmtlichen Wasserwesen vorgesetzt habe,schreibe er dies Büchlein um sich selbst über seine Pflichten klar zuwerden, es könne dann möglicherweise auch seinen Nachfolgern imAmte sich nützlich erweisen; was er dagegen früher geschrieben, habesich stets auf Dinge bezogen, mit welchen er durch lange Uebungvertraut war, und sei daher der Hauptsache nach mit Rücksicht aufdie Belehrung seiner Nachfolger entstanden, so sind diese Bemerkungenreichlich dazu angethan uns den Verlust des feldmesserischen W erkesbedauern zu lassen. Wir wissen nur aus einer Randbemerkung * 3 )eines Schreibers vermuthlich zu Anfang des XII. S., dass dieser einBuch des Frontinus gekannt hat, in welchem Flächeninhalte vonVierecken berechnet wurden. Wir wissen ferner von einzelnen Stellenaus jenem feldmesserischen Werke und von der fast wörtlichen Wieder-kehr solcher Stellen in einem berühmten Buche aus dem Anfängedes XIII. S., 3 ) welche die Vermuthung erweckt, gewisse dort be-schriebene und, wie der Verfasser sich ausdrückt, alten Weisen zuverdankende feldmesserische Operationen möchten, wiewohl in denFragmenten des Frontinus selbst fehlend, ursprünglich von ihm be-schrieben worden sein.

Die uns erhaltenen Bruchstücke des Frontinus finden sich ver-

*) Agrimensoren S. 93 flgg. s ) Agrimensoren S. 94 und Anmerkung 180.

3 ) Agrimensoren S. 179 ilgg. über Frontinus und Leonardo von Pisa .