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Erster Band. Von den ältesten Zeiten bis zum Jahre 1200 n. Chr.
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Die spätere mathematische Literatur der Römer.

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nicht, dass diese beiden Persönlichkeiten mit Namen Celsus in eineverschwimmen müssten, dass der gelehrte Jurist Celsus auch Inge-nieur gewesen, auch in der Geometrie als Schriftsteller aufgetretenwäre, dass von ihm auch jene Erbtheilungsaufgabe herrührte, welcheeben so gut in einem mathematischen Buche als in einer Sammlungvon Rechtsfällen einen Platz einnehmen konnte.

Zeitgenosse des Juliauus um die Mitte des II. S. war ein Schrift-steller, der uns gleichfalls für das unter den Antoninen noch vor-handene Interesse an arithmetischen Dingen Bürge ist. Appuleius,geboren zu Madaura , einer blühenden Kolonie an der Grenze Nurni-diens gegen Gätulien hin, machte seine Studien vornehmlich zuAthen , begab sich aber alsdann zu weiterer Ausbildung auf grössereReisen. Von schönschriftstellerischer Seite ist er als Verfasser eineswitzigen Romans bekannt. Aber auch als mathematischer Schrift-steller ist er aufgetreten. Cassiodor 1 ) im zweiten Drittel des VI.,Isidor von Sevilla 2 ) am Anfang des VII. S. bezeugen ausdrücklich,die Arithmetik des Nikomachus sei erstmalig durch Appuleius, dannzum zweiten Male durch Boethius ins Lateinische übertragen worden.Unmittelbare Ueberreste der Bearbeitung durch Appuleius sind nichterhalten, so dass ein Urtheil darüber nicht gefällt werden kann, inwie weit die Behauptung, Appuleius habe auch Reclienbeispiele ingrösserer Anzahl gelehrt, nur auf einem Missverständnisse beruht,indem die betreffenden Gewährsmänner seine Arithmetik gleichfallsnur vom Hörensagen kannten und aus dem Titel ihre falschenSchlüsse zogen, oder aber Wahrheit ist. Im XV. und XVI. S. wurdemit Sicherheit an die Wahrheit geglaubt. Ein handschriftlichesRechenbuch, algoritlnnus linealis genannt, aus jener Zeit, der erlangerUniversitätsbibliothek angehörig, beginnt ausdrücklich mit den Worten:„Um die vielen Irrthümer der Kaufleute und die Schwierigkeiten desandern Theiles der Arithmetik zu vermeiden ist bei Appuleius, demin allen Wissenschaften hocherfahrenen Manne, eine andere Anschau-ung dieser Kunst erfunden, welche ebenso viel berühmter als leichterund den Geisteskräften eines Jeden angepasster ist als die erste; beiuns heisst sie Rechnung auf den Linien.“ 3 ) Ein 1540 in Paris anonym erschienenes Rechenlehrbuch sagt: „Die ganze Kraft dieserDisciplin ruht in den Beispielen der Addition und Subtraktion; werdas ganze Kapitel vollauf kennen lernen will, der lese den Appuleius,welcher zuerst den Römern diese Dinge beleuchtete.“ 4 ) Es hält sobestimmten Aeusseruugen gegenüber schwer, des Glaubens sich zu

') Cassiodor, Opera (ed. Garet). Venedig , 1729, Bd. II, pag. 555, Col. 2,lin. 14 v. u. 2 ) Isidor IlispaleDsis, Origines Lib. III, cap. 2. 3 ) Friedlein,Zahlzeichen und elementares Rechnen u. s. w. S. 48. 4 ) Math. Beitr. Kulturl.

Anmerkung 351.