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Erster Band. Von den ältesten Zeiten bis zum Jahre 1200 n. Chr.
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Die spätere mathematische Literatur der Römer.

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Schreiben, in wenig angenehmer Weise'durch Schwulst und Ueber-hulung ausgezeichnet, welche dem VI. S. im Allgemeinen, welcheaber vorzugsweise unserem Schriftsteller eigenthiimlich sind.

Von seinen übrigen Werken nennen wir eine kurzgefassteEncykloplidie, De artibus ac disciplinis Ubcralium litcrcirum , welchein ähnlichen 7 Abtheilungen, wie wir sie bei Martianus Capelia tlieil-weise zu schildern hatten, die Wissenschaften behandelt. Die Ein-theilung in 7 Wissenschaften war für Cassiodorius geradezu ver-führerisch. Er besass eine im letzten Grunde muthmasslich denAusläufern des Neuplatonismus entstammende Verehrung für heiligeZahlen. 1 ) Er hatte die Zwölfzahl der Bücher seiner Briefe nur umder zahlreichen Vergleichspunkte willen gewählt; er witterte, wiesein Psalmencommentar beweist, hinter der Ordnungszahl eines jedenl’salmen tiefere Beziehungen; so war ihm die Zahl 7 der Wissen-schaften Symbol der Ewigkeit. Die Reihenfolge hat Cassiodoriusgegen Varro und Martianus Capella geändert. Ihm folgen jetztGrammatik, Rhetorik, Dialektik, Arithmetik, Musik, Geometrie,Astronomie auf einander. * Ein weiterer einigermassen wesentlicherUnterschied gegen Martianus Capella besteht darin, dass bei diesemdie griechischen Wortformen theilweise sogar in griechischen Schrift-zügen vorherrschen, während Cassiodorius hier mit mitunter rechtungeschickten Uebersetzungen als lateinischer Sprachreiniger auftritt.Er beabsichtigt nicht das Ausführliche dieser Wissenschaften zulehren. Er will vielmehr die Schriftsteller der Griechen und Römerbezeichnen, bei welchen man sich mit den einleitenden Kenntnissenversehen ausführlicher unterrichten könne. 5 ) So ist es gewisser-masseu entschuldigt, wenn Arithmetik und Geometrie, auf die wirwieder allein unser Augenmerk richten, noch mehr zu einer blossenSammlung von Definitionen geworden sind. Seinem Versprechen getreuempfiehlt er Pythagoras , Nikomachus und die Uebersetzer des LetzterenAppuleius und Boethius , aus deren Schriften, wie mau sage — ntahmt — man sich mit den klarsten Anschauungen durchdringenkönne, eine Ausdrucks weise, welche in Zweifel setzt, ob er selbstdiese Schriften kannte und somit dem, was wir über eine möglicheVermengung verschiedener durch Appuleius und Boethius übersetztenSchriften oben (S.478) andeuteten, an und für sich nicht im Wege steht.Dem Abschnitte über Geometrie fügt er bei, in dieser Wissenschaftseien bei den Griechen Euklid, Apollonius , Archiined und andereannehmbare Schriftsteller aufgetreten, von welchen Euklid durch

') Thorbecke 1. c. S. 52. *) Nec itlud quoque tacebimus quibus auctoribus

tarn Graecis quam Latinis, qme dicimus, exposita claruerunt: ut qui studioselegere voluerit, quibusdam compendiis introductus, lucidius Majorum dictapercipiat.

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