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Erster Band. Von den ältesten Zeiten bis zum Jahre 1200 n. Chr.
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Kapitel XXVII.

denselben grossartigen Mann Boethius in die römische Sprache über-tragen worden sei, ex quibus Euclidcm translatum in liomannmlinguam idem vir magnifcns Boethius dedit. Für die Musik wirdauf die Griechen Euklid, Ptolemiius und so weiter, in lateinischerSprache auf Appuleius von Madaura verwiesen. Aus dem astronomi-schen Abschnitte endlich erwähnen wir der Empfehlung der Schriftenvon Ptolemäus . Der Name des Boethius kommt in diesen beidenletzten Abschnitten nicht vor, einer lateinischen Uebersetzung desPtolemäus ist überhaupt nicht gedacht.

Wir verweilen etwas länger, als der Gegenstand und die ency-klopädische Behandlung desselben es eigentlich verdienen, beiCassiodorius und seiner Wissenschaftslehre, um zugleich ein Bildmönchischen gelehrten Treibens zu entwerfen, wie es von diesem Zeit-punkte an uns jeden Augenblick wieder begegnen wird. Diesem Bildewürde ein nicht unwesentlicher Strich fehlen, und uns zugleich dieGelegenheit entgehen, hier schon eines regelmässigen Arbeitsstoffesmittelalterlicher Gelehrten zu gedenken, wenn wir nicht noch übereinen ganz kurzen Aufsatz redeten, der unter den Werken desCassiodorius abgedruckt worden ist. Wir meinen einen Computuspaschalis vom Jahre 562.

Man hat Einsprache dagegen erhoben, dass diese Oster-rechnung von Cassiodor herrühren könne. In der Vorrede zurAbhandlung über Orthographie, welche Cassiodorius, wie wir schonsagten, mit 93 Jahren schrieb, sind die Schriften desselben aufgezählt,und unter diesen ist kein Computus enthalten. Sollte derselbe daherspäter geschrieben sein, etwa im 94. Lebensjahre, so müsste durchItiickwärtsrechnung Cassiodor im Jahre 500 bei seiner ersten An-stellung mindestens 32 Jahre alt gewesen sein im Widerspruch gegendie früher angeführte wohlbegründete Annahme, er habe damals am An-fänge der zwanziger Jahre gestanden. Diesen Widerspruch zu hebenund zugleich den Comjiutus für Cassiodor zu retten hat mau dieVermuthung ausgesprochen, dieses Schriftstück sei bereits mehrereJahre vor der Abhandlung über Orthographie entstanden und nur umseiner geringfügigen Ausdehnung willen in dem genannten Ver-zeichnisse eigener Schriften ausgelassen worden. Sei dem nun, wieda wolle, sicher ist, dass im Jahre 562 ein Computus paschalis mög-licherweise durch Cassiodor verfasst wurde, wie wir auch schon(S. 450) gelegentlich gesehen haben, dass Victorius von Aquitanien 457 eine solche Anleitung zur Auffindung des richtigen Ostertagesschrieb.')

Solche theologisch - chronologische Abhandlungen waren wesent-

') Ueber den Computus des Victorius vergl. L. Ideler, Handbuch der mathe-matischen und technischen Chronologie II, 275—284.