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Erster Band. Von den ältesten Zeiten bis zum Jahre 1200 n. Chr.
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Die spätere mathematische Literatur der Römer.

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lieh durch das auf dem Concilium von Niciia, 325, ergangeneVerbot der mit den Juden gleichzeitigen Feier des Osterfestes her-vorgerufen worden. Das Passahfest, d. h. das Fest der Verschonung,womit die Verschonung von den Plagen in Aegypten gemeint war,fand bei den Juden stets vom 14. bis zum 21. des Monats Nisan statt,und zwar wurde dieser Monat dem Mondjahre der jüdischen Zeit-rechnung gemäss immer so durch periodisch eingeschobene Schalt-monate bestimmt, dass der 14. auf die Frühlingstagundnachtgleichefiel. Das christliche Osterfest mit seiner ganz anderen Bedeutungwar zunächst auf dem altherhergebrachten Datum des 14. Nisan ver-blieben. Erst das nicäanische Concil fasste, wie gesagt, diese Zeit-bestimmung als ketzerisch auf, und man verfolgte die, welche bei denalten Ostertagen blieben, als Quatuordecimani oderTessareskaidekasiten.Ostern solle von den strenggläubigen Bekennen! der christlichenReligion stets am Sonntage nach der Frühlingstagundnachtgleichegefeiert werden, niemals an diesem Tage selbst, auch nicht wenndie Frühlingstagundnachtgleiche auf einen Sonntag fiel; dann mussteder folgende Sonntag als Ostersonntag gewählt werden, damit dasZusammentreffen mit dem Passahfest unter allen Umständen ver-mieden blieb. Es kam also darauf an die Frühliugstagundnachtgleichesowohl ihrer Lage im Sonneujahre als im Mondjahre nach genau zukennen, beziehungsweise eine Ausgleichung zwischen dem Sonnen- undMondjahre zu treffen, welche auf gewissen Cyklen beruhte, in welchenbeide Jahresgattungen genau enthalten waren. Das nicäanischeConcil nahm an: 19 Sonnenjahre seien genau 235 Mondsmonate. Da-mit war ein Irrthum verbunden, da nach strenger Rechnung zu den

235 Mondsmonaten noch etwa 1^ Stunden hinzuzufügen sind. Die

Nothwendigkeit anderer genauerer Cyklen wurde eingesehen, undnach Auffindung solcher Gleichungen zwischen Sonnen- und Mond-zeit die Berechnung des Ostertages für jedes Jahr vorzunehmen,die sogenannte goldene Zahl, die Epacte zu finden 1 ), zu finden obdas Jahr Schaltjahr sei oder nicht und dergleichen, das ist deralgebraisch ziemlich dürftige Inhalt derjenigen Schriften, welchesämmtlich den gleichen Titel des computus paschalis führen.

Unter den von Cassiodorius zum genaueren Studium empfohlenenSchriftstellern ist uns wiederholt der Name des Boethius erschienen.Anicius Manlius Severinus Boethius 2 ) stammte aus einer derreichsten und berühmtesten Patricierfamilien Roms, deren Mitgliederlängst gewohnt waren hohe Staatsstellen zu bekleiden, aber auch den

') Ideler, Handbuch der mathematischen und technischen Chronologie II,239 und häufiger. 2 ) Usener, Anecdoton Holderi pag. 37 — 66. Aeltere Quellensind benutzt in Math . Beitr. Kulturl. S. 176—230.