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Erster Band. Von den ältesten Zeiten bis zum Jahre 1200 n. Chr.
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Die spätere mathematische Literatur der Römer.

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ilereu Geister sein zerrüttetes Nervensystem ihm unaufhörlich vor dieAugen zauberte, noch 52ti nach. Wie viel theologische Streitigkeitenzwischen dem formell rechtgläubigen Boethius und dem arianischen llofeTheodorichs zu der Entwicklung beigetragen haben mögen, ist unklar.Dass Boethius die ihm eine Zeit lang abgesprochenen theologischenSchriften wirklich verfasst hat, dürfte nach Auffindung eines Zeug-nisses des Cassiodor nicht länger.zweifelhaft erscheinen.’) Ein Wider-spruch gegen das Werk „über die Tröstungen der Philososophie,“welches Boethius im Gefängnisse zu seiner eigenen Geistesberuhiguugverfasste, ist nur scheinbar, keinesfalls so gross um Boethius nichtals möglichen Verfasser auch der theologischen Abhandlungen er-kennen zu lassen. Die Geistesrichtung des Boethius, der an griechi-schen Schriftstellern sich durchweg gebildet hatte, war, trotz formalerStrenggläubigkeit im Christenthum, eine dem Heidnischen nicht ab-geneigte, und überdies lehnt sich jenes Werk der Tröstungen angriechische Vorbilder an, an Schriften von Aristoteles verquickt mitspätplatouischen Commentatoreu. Man muss sich ganz im Allgemeinenwohl davor hüten bei Boethius viele eigene Gedanken zu suchen,oder aus der Hochschätzung der Zeitgenossen und der Nachkommeneine zu grosse Meinung von der Bedeutung des Mannes sich zumachen, dessen Uebersetzungsarbeiten selbst nicht auf die Höheihrer Aufgabe gelangt sind, und der darum noch lange kein Riesewar, wenn er Zwerge überragte.

Uns interessiren namentlich diejenigen Uebersetzuugen, welcheBoethius , wie wir gesehen haben, in seinem 24. Lebensjahre schonvollendet haben muss In jenem Briefe des Theodorich an Boethius 3 )heisst es: „ln deinen Uebertragungen wird die Musik des Pythagoras ,die Astronomie des Ptolemäus lateinisch gelesen. Nikomachus derArithmetiker, der Geometer Euklid werden von den Ausoniern gehört.Plato der Forscher göttlicher Dinge, Aristoteles der Logiker streitenin der Sprache des Quirinais. Auch Archimed den Mechaniker hastDu lateinisch den Sikulern zurückgegeben, und welche Wissenschaftenund Künste auch das fruchtbare Griechenland durch irgend welcheMänner erzeugte, Rom empfing sie in vaterländischer Sprache durchDeine einzige Vermittlung.“ Vorzugsweise Wichtigkeit besitzen füruns von diesen Uebersetzungen die der Arithmetik und Geometrie;daneben kann die der Musik, der Astronomie, der Mechanik unsgelegentliche Notizen liefern, die sich vielleicht werthvoll erweisen.

Von den mechanischen Schriften nach Archimed ist uns freilichausserhalb der hier angeführten Briefstelle keinerlei Erwähnungbekannt.

') Usener pag. 48—59 über die theologischen Schriften des Boethius,namentlich auch über deren scheinbaren Widerspruch gegen die Bücher Deconsolatione. *) Cassiodorius, Varia I, 45.