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Erster Band. Von den ältesten Zeiten bis zum Jahre 1200 n. Chr.
Entstehung
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508
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508 Kapitel XXVIII.

wenig bieten, indem sie sich mit blossen Umschreibungen zu begnügenpflegen.

Eigentlich mathematische Schriftsteller scheint es nach dergegenwärtigen Kenntuiss, die wir von der Sanskritliteratur be-sitzen, in Indien nicht gegeben zu haben. Astronomie undAstrologie fanden dagegen ihre berufsmässigen Vertreter, und dadiese genöthigt waren mathematische Vorkenntnisse vorauszilsetzen,so entwickelten sie das, was ihnen unentbehrlich war, in Einleitungs-kapiteln oder in gelegentlichen Abschweifungen. So hielten eswenigstens die drei vorwiegend mathematischen Astronomen, derenWerke wir besitzen.

Aryabhatta geboren 476 n. dir. in l’ätaliputra am oberenGangeslaufe schrieb ein Werk Aryabhättiyain betittelt, dessen dritterAbschnitt der Mathematik gewidmet ist. 1 )

Brahmagupta geboren 598 schrieb „das verbesserte Systemdes Brahma“, Brdhniu -splmla-siddhdnta , aus welchem das 12. und18. Kapitel der Mathematik angeboren.

Bhäskara Acärya, d. h. Bhäskara der Gelehrte, schrieb„die Krönung des Systems“, Siddhdntanromani, dessen zwei für unswichtige Kapitel mit besonderer Ueberschrift LUävati (die Reizende)und Vijayayita (Wurzelrechnung) genannt sind. 2 ) Bhäskara ist 1114geboren.

Die Geburtsdaten dieser drei Schriftsteller sind vollständig sicher,da sie aus eigenen Angaben der betreffenden Männer, welche in ihrenWerken aufgefunden worden sind, hergestellt werden konnten. 3 )Wir fügen dem hinzu, dass andere Astronomen oder Mathematiker,welche wir noch nennen werden, insgesammt viel jüngeren Datumsals Aryabhatta sind, dass ein astronomisches Werk, von dem wir so-gleich reden wollen, auch nicht älter als frühestens aus dem IV. oderV. S. nachchristlicher Zeitrechnung ist.

Wir meinen den Sürya Biddliänta oder das Wissen derBonne'), indem Bürya (die Bonne) ihre Siddhäuta (Erkenntniss,Wissenschaft, Bystem) dem Asura Maya d. h. dem Dämon Mayaoffenbart, der es niederschreibt. Wer dieser dämonische Bcbriftsteller

') Eine Uebersetzung von L. Kodet im Journal Asiatique von 1879. (Serie 7,T. XIII.) 2 ) Die mathematischen Kapitel von Brahmagupta und von Bhaskara sindin einer englischen Uebersetzung vorhanden, welche wir als Golebrooke citiren:Algebra whith arithmetic and mensuration from the Sanscrit of Brahmeguptaand Bhascara Iranslatcd by II 'l’h. Golebrooke. London , 1817. •’) Bhan T)aji t

On the age and authentieity of the works of Vardhamihira, Brahmegupta, Bhat-totpala and Bhaskarächärya in dem Journal of the Asiatic society 1865 (NewSeries I, pag. 392—418). ') Ilerausgegeben mit englischer Uebersetzung von

Burgess und Anmerkungen von Whitney in dem Journal of the AmericanOriental Society Vol. VI (New-llavcn, 1860).