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Erster Band. Von den ältesten Zeiten bis zum Jahre 1200 n. Chr.
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509
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Einleitendes. Elementare Rechenkunst.

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selbst sei, wann er gelebt bat, ist nur durch eine ziemlich kühneVermuthung erschliessbar. Jn dem Werke selbst kommen nämlichunzweifelhaft griechische Ausdrücke vor, welche in der indischen Ver-kleidung leicht erkannt worden sind. Wenn Kendra die Entfernung einesPlaneten von einem Störungsmittelpunkte bedeutet, so ist das ebendas griechische r t tx xivroov , wenn liptd oder liptikd die Winkel-minute heisst, so ist das Xstitov das Geschabte, das Bruehtheil, Ab-leitungen ilie trotz der Stammverwaudtschaft indischer und griechischerSprache angenommen werden müssen, indem für kendra und liptdeine unmittelbar indische Herkunft nicht zu ermitteln ist. Dazukommt dass einzelne Lehren des Sürya Siddhänta griechisches Ge-präge tragen. Die Ostwestlinie für einen Punkt wird mittels derzwei Schattenbeobachtungen gleicher Länge am Vormittage und amNachmittage gewonnen, welche wir bei Vitruvius und HyginusfS. 453) kennzeichnen mussten. Anderes scheint auf den ptolemäischen Almagest hinzmveisen. Grade diese Annahme vereinigt sich sodannmit einer höchst merkwürdigen Thatsache: dass nämlich ägyptischeKönige aus der Ptolemäerfamilie in indischen Inschriften als Tura-maya Vorkommen mit eigenthiimlicher Verketzerung des Namens.Man hat desshalb vermuthet 1 ), auch der Astronom Ptolemäus seizu einem Turamaya geworden, der volksthümlich sich weiter ineinen Asura Maya verketzerte. Zu einer solchen sagenhaften Per-sonenveränderung bedarf es einiger Zeit und so kanp der Sürya Sid-dhänta nicht allzurasch nach Ptolemäus Leben d. h. nach dem ILE.n. Ohr. verfasst sein. Andererseit hat Varähamihira von demSürya Siddhänta Gebrauch gemacht und dessen ßhüthezeit fällt nachder Aussage eines noch späteren Astronomen Bhatta Utpala nach505, dessen 'Tod einem anderen Berichterstatter Ämaräja zufolgeauf 587. Beide Daten vereint lassen uns in Varähamihira einenjüngeren Zeitgenossen von Aryabhatta finden, und der Sürya Sid-dhänta muss dem entsprechend zwischen Ptolemäus und VarähamihirasLebzeiten d. i. etwa im IV. oder V. S. entstanden sein.

Varähamihira gibt übrigens den Ursprung mancher seiner Kennt-nisse mit ehrlicherer Gewissenhaftigkeit an, als es sonst bei Indernder Fall zu sein pflegt. Er bezieht sich für die Namen der Stern-bilder, welche er benutzt, geradezu auf den Vavaneevaräcäryad. h. auf den ionischen oder griechischen Meister, indem die Yavanasicherlich Griechen bedeuten. Bei ihm und anderen Astronomen undAstrologen ist sodann von Komaka Pura d. h. von Born und vonYavana Pura, d. h. der Stadt der Ionier nämlich von Alexandria die Rede, lauter Momente, welche den alexandrinisch-imlischen Be-

’) Albr. Weber, Zur Geschichte der indischen Astrologie in den IndischenStudien II, 243.