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Kapitel XXVIII.
Brahmas, des ersten indischen Königs, Regierung habe die Wissen-schaft ihre grössten Fortschritte gemacht. Man habe damals in denTempeln Himmelskugeln abgebildet; die Regeln der Astrologie, desEinflusses der Sterne auf Menschen und Thiere seieyi festgestelltworden; die vereinigten Gelehrten verfassten den Sindhind (d. h. denSiddhänta), das Buch der Zeit der Zeiten; astronomische Tafelnwurden zusammengestellt; endlich erfand man die neun Zeichen, mitwelchen die Inder rechnen. ln diesem Berichte spukt offenbarindischer Nationalstolz, welcher den Sürya Siddhänta wie Alles wasmit Sternkunde in engerer oder weiterer Verbindung steht als ein-heimisch betrachtet wissen und darum in ein graues Alterthum hin-anfriieken will. Noch deutlicher zeigt sich die gleiche Eigenschaftin der Fortsetzung des Berichtes, der Massudi von indischer Seite zu-getragen wurde, so dass er nur als Sprachrohr uns erscheint. DieInder, heist es nämlich weiter, hätten nach Aryabhatta einen Alma-gest. verfasst, aus welchem Ptolemäus sein Werk gleichen Titels ent-nommen habe, eine Umkehrung der Thatsaehen, die ihres Gleichensucht. Gegenwärtig haben wir es indessen mit den Ziffern zu thun,und da scheint ge<cen das, was man Massudi erzählt hat, kein Wider-spruch sich zu erheben. Aelmlich lauten auch andere Berichte. Soheisst es in einer um 950 an der Nordküste von Afrika entstandenenrabbinischen Abhandlung 1 ): die Inder haben 9 Zeichen erfunden umdie Einheiten anzuschreiben. Weitere Bestätigung finden wir beidem Byzantiner Maximus 1‘lanudes, dessen bezügliche Aeusserungen(S. 432) mitgetheilt worden sind, in welchen auch der Erfindung derNull besonders gedacht ist.
Ob freilich die Null gleichen Alters ist mit den anderenZahlzeichen, diese Frage möchte eher zu verneinen als zu bejahensein. Es scheint fast nachweisbar, dass die ältere indische Zahlen-schreibung der Null noch entbehrte, welche erst später hinzu-erfunden wurde.
Die Jnsel Ceylon hat ihre Kultur von Indien her erhalten, seies schon im V. S. v. Uhr., sei es im 111. S. als König Acoka denBuddhismus auch dorthin über das Meer trug. Auf Ceylon wurdeaber im Gegensätze zum Festlande, wo ein Fortschritt wenigstensin manchen Jahrhunderten mit grösster Deutlichkeit hervortritt, dieBildung vollständig stationär, und eine am Anfänge unseres Jahr-hunderts noch auf Ceylon bei den Gelehrten übliche Zahlenschreibartkann sehr wohl ältesten indischen Ursprunges sein. 2 ) Während das