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Erster Band. Von den ältesten Zeiten bis zum Jahre 1200 n. Chr.
Entstehung
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Kapitel XXYIll.

jener Buclistabenableituug halten. Die Apices seien allerdings in-dischen Ursprunges, stammten aber von nichtalphabetischen Zahl-zeichen aus Höhleninschriften des II. S. n. Ohr. Für uns geht mit-hin als gesichert hervor, was beiden widersprechenden Annahmen ge-meinschaftlich ist: dass im II. S. Zahlzeichen, gleichviel welcher ur-sprünglichen Entstehung, in Indien vorhanden waren, und von danach Alexandria gekommen sein können, welche zur Ableitung derApices vollkommen genügen.

Die Inder bedienten sich sehr verschiedener Bezeichnungsartender Zahlen, von denen wir reden müssen. Eine solche wird vonAryabhatta berichtet, der sich ihrer im ersten Kapitel, und nur imersten Kapitel des Aryabhattiyam bediente. ’) Zu deren Verständ-niss, wie überhaupt für das Folgende sind wir genöthigt, Wenigesüber das Alphabet der Sauskritgrammatik einzuschalten.

Es besteht aus 25 Consonanten in 5 Abtheilungen, deren jedeals ein Varga bezeichnet zu werden pflegt. Es sind das die Kehl-laute, die Gaumenlaute, die Zungenlaute, die Zahnlaute, die Lippen-laute. Die 5 Buchstaben, aus welchen jeder Varga besteht, sind derharte und der weiche, jeder von beiden ohne und mit Aspirationsich unmittelbar folgend, und der Nasenlaut, Unterschiede, die demeuropäischen Ohre fast unmerklich sind, insbesondere was die Nasen-laute betrifft, da wir den Lippenlaut allerdings als m zu unter-scheiden wissen, die Nasenlaute der 4 ersten Vargas dagegen sämmt-lich als n hören. Nach den 25 Consonanten kommen 4 Halbvokaley, r, l, v. Als 30. bis 32. Buchstabe erscheinen drei Zischlaute, dasGaumen-c, das Zuugen-s/f, das Zahn-s. Als 33. Buchstabe wirddas h gezählt. Dazu treten 14 Vokale und Diphthongen gleichfallsvon unseren europäischen Gewohnheiten weit abweichend. Vokalesind nämlich a, i, u, ri, li ein jeder in kurzer und in gedehnterAussprache vorhanden. Diphthonge sind e, ai, o, au. Von diesenBuchstaben werden die Vokale und Diphthongen nur dann durch denanderen Lauten gleichberechtigte Zeichen geschrieben, wenn sie fürsich allein eine Silbe ausmachen, also in der Regel nur am Anfängeeines Wortes oder gar einer Zeile. Folgt hingegen der Vokal aufeinen Consonanten, so wird er durch kleinere Nebenzeichen aus-gedrückt, welche über oder unter dem Consonanten angebracht werden,etwa wie in den semitischen Sprachen. Das kurze a bedarf jedochkeines Zeichens, indem es ein für allemal inhärirt, d. li. indem jederder Buchstaben von k bis h, wenn kein anderer Vokal ihm folgt,er aber der letzte Consonant einer Silbe isf, als mit kurzem « be-haftet ausgesprochen wird. Stehen zwischen zwei Vokalen, die einem _

') Lassen in der Zeitschr. f. d. Kunde des Morgenlandes II, 419—427.Rodet, Le^ons de caleul d'Aryabhutta (Journal Asiatique 1879) pag. 8.