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Erster Band. Von den ältesten Zeiten bis zum Jahre 1200 n. Chr.
Entstehung
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Kapitel XXVIII.

deutet die Ziffern 1 bis 5. Endlich die noch übrigen Buchstaben,nämlich der Nasenton der Gaumenlaute und der Zahnlaute, sowiealle initiale Vokale und Diphthonge sind Nullen. Völlig bedeutungs-los dagegen sind durch Nebeuzeichen geschriebene oder inhärirendeVokale und Diphthonge, ebenso wfie die zuerst auszusprechendenTheile zusammengesetzter Consonanten,,deren letzter allein als werth-gebend in Geltung tritt. Die so geschriebenen Zahlen werden als-dann gemäss der hier wirklich Vorkommen den Nullen nach den Regelndes Stellungswerthes gelesen. Die Möglichkeit eine und dieselbeZahl nach dieser Methode auf verschiedene Weise darzustellen isteine fast unbegrenzte und gewährt durch den Sinn der jedesmal ge-wählten Worte nicht bloss eine wahre Gedächtnissliilfe, sondern auchdie Benutzbarkeit im fortlaufenden Versinaass unter Einhaltung derstrengen Regeln indischer Prosodie.

Noch geeigneter zu solcher Benutzung in Versen erscheint diezweite hier zu erwähnende Methode einer symbolischen Positions-arithmetik,') die ziemlich weite Verbreitung erlangt hat, da siebei den Indern, wie in Tibet , wie bei den Eingeborenen-der Insel.Java vorkommt. Es werden dabei für die Einer und auch für manchezweiziffrige Zahlen gewisse symbolische Wörter gewählt, welche als-dann mit Positionswerth zusammengesetzt werden. Die Reihenfolgeist die der Sprache in den Zahlen unter Hundert, nicht die der Schrift.Das Zahlenschreiben befolgt, wie wir wissen, das Gesetz der Grössen-folge. Die Sprache ist nicht immer so folgerichtig, und so lässt sieim Sanskrit wie im Deutschen , wie im Arabischen, in dem Gebieteunterhalb von Hundert das kleinere Element dem grösseren voraus-gehen z. B. dreiundsiebzig, trisaptuti. Ebenso macht es diese sym-bolische Bezeichnung, welche wir uni dieser Eigenthümlichkeit willenlieber eine Ausprache der Zahlen mit Stellungswerth, als eine Schreib-weise nennen möchten. So heisst abdhi (der Dcean, deren es viergibt) die Zahl 4, süryu (die Sonne mit ihren zwölf Wohnungen) dieZahl 12, atvin (die beiden Söhne des Sürya) die Zahl 2 undabiihisiirydfvinas in seiner Zusammensetzung 2124. Da mehr als einWort für jede einzelne Zahl zur Verfügung steht, für 4 z. B. auchhita (die erste der vier Weltperioden), ausserdem die mehrziffrigenZahlen auch nach verschiedenen Gruppen getheilt werden können(z. B. 2124 = 2 . 12.4 = 2 . 1 . 24 = 2 . 1 . 2.4) so ist hier dieCombinationsfähigkeit eine gleichfalls ausserordentliche, und die Ein-fügung in das Versmaass ist damit so erleichtert, dass man es be-greiflich findet, dass Astronomen wie Brahmagupta mit Vorliebe

') Nouveau Journal Asiatique XVf, 12, 25 und 34—40, sowie JournalAsiatique 0. Serie, I, 284—290 und 44G.