Die Mathematik der Chinesen.
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Kuas zu bilden vermögen.') Nur schwach vermuthend möchten wirdarauf hinweisen, dass der Swan pan aus den Knotenschnürenvielleicht seine Entstehung genommen oder zu der eiuen Ursprungsuchenden lüickerfinduug jener Urbilder geführt haben kann, dassferner in den gezeichneten Tafeln hö tu und lö schu wie in den kuäeine Art von Zahlensymbolik auftritt, welche uns daran erinnert,dass wir schon früher (S. 80) auf Uebereiustimmungen zahlen-träumerischer Gedankenverbindungen zwischen chinesischen undpythagoräischen Lehren aufmerksam machen mussten, welche wohleinen geistigen wie örtlichen Mittelpunkt ihres Daseins iu Babylonbesassen.
Wir gehen weiter zum Tclieöu ly über, jenem Gesetzbuche,welches auf Oü wäng oder dessen nächste Nachfolger zwischen 1122und 1109 zurückgeführt wird. Ju ihm sind alle jene zahlreichenWürdenträger des chinesichen Hofstaates mit ihren Obliegenheitengenannt, welche sicherlich in späterer Zeit vorhanden waren, wennauch vielleicht nicht iu früher, da, wie wir uns erinnern, der Tclieöuly von Chinesen selbst als eine Fälschung aus den letzten 30 Jahrenv. Chr. angesehen worden ist. Unter diesen Würdenträgern erscheinenmehrere, 2 ) welche in der Geschichte der Mathematik Erwähnungfinden müssen. Da sind erbliche W r iirden eines llofastronomen, fongsiang schi, und Hofastrologen, pao tschang sclii. Da ist ein Ober ;messer, liang jin, betraut mit der Tracirung der Mauern der Palästewie der Städte. Da ist ein eigener Beamter des Messaparates, tufang schi, der mit dem tu kue'i genannten Listrumente, das ist miteinem Schattenzeiger, den Schatten der Sonne und dergleichen be-stimmen muss. Die bedeutsamste Stelle, welche wir desshalb derfrauzösischen Uebersetzung entnehmen, lautet: „Wird eine Haupt-stadt angelegt, so ebnen die Erbauer, tsiang jin, den Boden nachdem Wasser, indem sie sich des hängenden Seils bedienen. Siestellen den Pfosten mit dem hängenden Seile auf. Sie beobachtenmit Hilfe des Schattens. Sie machen eineu Kreis und beobachtenden Schatten der aufgeheiiden Sonne und den Schatten der unter-geheuden Sonne." Das hängende Seil aber wird uns dahiu erläutert,es befanden sich acht Seilstücke am oberen Theile des Pfahles be-festigt, 4 längs der Kauten, 4 iu der Mitte der Seitenflächen, und
') Ueber die Kuas vergl. Le Chou king un des livres sacres Chinois traduitpar le l 1 . (faubil revu et corrige par Mr. de Guignes. Paris , 1770 an sehr ver-schiedenen Stellen, die im Register s. v. kouu zu entnehmen sind. Dass man inden Kuas einmal ein chinesisches Biuärsystem erkannt haben wollte, führen wirbeiläuBg au. Vergl. Math. Beitr. Kulturl. S. 48—49. 2 ) Tclieöu ly Buch XXVI.Nro. 15 und 18; Buch XXX, Nro. 6-10; Buch XXXIII, Nro. 60; Buch XLIII,Nro. 19 flgg. Letztere Stelle T. II, pag. 553 der Uebersetzung.
Cantor, Geschichte der Mathem. I.
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