Einleitendes. Arabische Uebersetzer.
603
wie die meisten Werke des Euklid , die Schrift des Archimed von derKugel und dem Cylinder, den Autolykus Hess er unter seiner Auf-sicht durch seinen Sohn Abu Ja'kftb Ishäk ihn Ilunain 1 ) über-setzen. Der Vater starb, durch den Bischof Theodosius wegenGotteslästerung aus der Gemeinde ausgestossen, 873, der Sohn
910 oder 911. Beiden fehlten bei aller philologischen Gewandtheit,deren sie sich rühmen durften, die sachlichen Kenntnisse, ohnewelche es mm einmal nicht möglich ist, ein mathematisches Buch zuübersetzen, und so bedurften ihre Arbeiten gar sehr der fachkundigenVerbesserung.
Diese wurde ihnen durch Täbit ibn Kurrali.*) Abü’l HasanTäbit ihn Kurrah ibn Marwän al flarräni wurde 836 zu llarrän inMesopotamien geboren. Er war zuerst Geldwechsler, wandte sichaber dann der Wissenschaft zu und erwarb sich in Bagdad aus-gezeichnete Kenntnisse, sowohl als Mathematiker und Astronom, alsauch in der griechischen Sprache, welcher er wie der syrischen undarabischen mächtig war. Ein erneuerter Aufenthalt in seiner Vater-stadt war für Täbit mit Misshelligkeiten verknüpft. Er gehörtenämlich der Sekte der Sabier an, theilte aber deren Ansichten nichtin der geforderten Strenge und wurde desshalb ausgestossen. Nunkehrte er abermals nach Bagdad zurück, welches er nicht wieder ver-liess. Dort starb er 901 in höchstem Ansehen bei dem ChalifenAlmu tadid, 3 ’) 892—902, der ihn seines nächsten Umganges würdigte.Wir werden es im 34. Kapitel mit Täbit als Originalschriftstellerzu thun haben. Unter seinen Uebersetzungen nennen wir Schriftendes Apollonius von Pergä, des Archimed, des Euklid, des Ptolemäus ,des Theodosius .
Etwa gleichzeitig mit Tabit zwischen 864 und 923 ist Kustäibn Lükä zu nennen, ') ein christlicher Philosoph und Arzt, der vonseinen Reisen durch die griechischen Städte eine Menge Bücher mitnach Hause brachte, deren Uebersetzung er sich angelegen sein Hess.In seinen eigenen Schriften soll Reichthum an Gedanken neben Kürzeder Ausdrucksweise zu bewundern sein. Er übersetzte die Sphärikdes Theodosius, astronomisch - geometrische Schriften des Aristarchvon Samos, des Autolykus, des Hypsikles, den Gewichtezieher desHeron von Alexandria , mit grosser Wahrscheinlichkeit auch denDiophant.
Die ganze zweite Hälfte des X. S. erfüllt Abü’l Wafä MuhammedibnMuhammed Al-Biizdschäni 940—998 ausBüzdscliän, 1 ’) der alsüeber-
') Wüstenfeld, Geschichte der arabischen Aerzte und Naturforscher
S. 29, Nro. 71. *) Wüstenfeld 1. c. S. 34, Nro. 81. 3 ) Weil S. 194—198.
') Wüstenfeld 1. c. S. 49, Nro. 100. Wenrich 1. c. S. 178. Steinschneiderin der Zeitschr. Math. I’hys. X, 499. * 5 ) Eilhard Wiedemann, Zur Geschichte
Abul Wefas. Zeitschr. Math. Phys. XXIV, Histor. literar. Abthlg. S. 121—122 (1879).