Kapitel XXXIII.
GOG
Provinzen es wagen durften. Nachdem die Abbasiden zur Machtgelaugt waren, kam es zur vollständigen staatlichen Trennung, indemEmir 'Abd Arrahmän ein Omaijade 747 eine eigene spanischeümaijadendynastie gründete,') welche Versuche des Chalifen Al-Mahdi77G—777 Spanien wieder zu unterwerfen mit Glück zurückwies.Auch das afrikanische Küstengebiet trennte sich vom Mutterlande.Seit dem Anfang des IX. S. entstand 3 ) dort ein lleich mit derHauptstadt Eez, und dieses war, kaum gegründet, kräftig genug selbstwieder erfolgreiche Kolonisten nach Sicilien auszusenden, wo auchwieder eine selbständische moslimisclie Dynastie ihren llerrschersitzaufschlug. Wir haben zum Glück uns nicht mit den Kämpfen undFeindseligkeiten zu beschäftigen, welche zwischen den einzelnenDynastien herrschten. Gift und Dolch ebenso wie offene Empö-rungen Hessen bald einzelne Persönlichkeiten, bald ganze Geschlechterin der Herrschaft wechseln und auch den Sitz der Herrschaft mehr-fach verlegen.
Uns genügt die Thatsache der fast unaufhörlichen Kämpfe zurStütze der weiteren Thatsache, dass auch wissenschaftlicher Neidzwischen den Arabern des Ostens und des Westens eine Scheidewanderrichtete, welche es verhinderte, dass Manches, welches den Eineneigentümlich geworden war, in derselben Form von den Andernübernommen wurde, und was wir damit meinen wird wohl klar, wennwir die Jahreszahl 773, welche das Auftreten indischer Astronomiein Bagdad bezeichnet, mit der Zahl 71ä der Eroberung des West-reiches, oder auch nur mit der 747 des Beginnes des spanischen Omaijadenreiches vergleichen. Wir werden sofort an diese Datenver-gleichung erinnern müssen, wenn wir nunmehr an die Ausbreitungdes Zahlenrechnens als ersten Theil arabisch mathematischen Original-schriftstellerthums gelangen und dabei wieder zuerst von den Zahl-zeichen der Araber reden.
Kapitel XXXIII.
Arabische Zahlzeichen. Muhamiueil ihn Mfisä Aleliwarizuii.
Die Schreibkunst der Araber 4 ) in der Zeit, zu welcher sie fürdie Geschichte der Mathematik unsere Aufmerksamkeit beanspruchendürfen, war nicht weit her (S. ä95). Von einer alten Schrift mitgroben starken geradaufstehenden Zeichen, welche von späteren
') Weil S. 140 Hgg. 2) Ebenda S. 150. 3 ) Ebenda S. 297—33G die raoa-
limisuheu Dynastien in Afrika und Sicilien. 4 ) Vergl. Silvestre de tiucy, Gram-maire arabe. Paris , 1810 und die von Gesenius verfassten Artikel ArabischeSchrift S. 53—50 und Arabische Literatur S. 56-09 im V. Hände von Ersch undGrubers Eneyklopädie.