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Erster Band. Von den ältesten Zeiten bis zum Jahre 1200 n. Chr.
Entstehung
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610
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G10

Kapitel XXXIII.

nritn die indische Astronomie bearbeitet hat (S. f)98) und dessenschriftstellerische Leistungen uns noch in diesem Kapitel ausführlichbeschäftigen müssen, es herrsche in Bezug auf die Zeichen Ver-schiedenheit unter den Menschen, eine Verschiedenheit, welche zumalbei der 5, der 6, der 7 und der 8 hervortrete, doch liege darin kein Hinderniss.

Sieht man sich so vorbereitet die arabischen Handschriften an,so findet man wesentliche Abweichungen zwischen den Zahlzeichender Ostaraber und der Westaraber. Der Vergleich der aufder Tafel am Ende unseres Bandes ausgeführten Zeichen lehrt, dassdie haujitsächlichen Abweichungen in den Zeichen für 5, 6, 7 und8 stattfinden, während 1, 4, 9 ziemlich gleich aussehen, 2 und 3 nuraus horizontaler Lage in vertikale übergingen. Das kann uns nichtgrade überraschen. Wohl aber überrascht es uns, dass die arabischenZahlzeichen so ungemein abweichen von den Devanagariziffern unddass sie viel eher den Vergleich aushalten mit den Apices, beziehungs-weise mit indischen Zeichen des II. bis III. S. Das gibt zu denken!Als immer wahrscheinlicher drängt sich die Vermuthung auf, eskönne der ganze historisch so dunkle als merkwürdige Vorgangfolgender gewesen sein:')

Um das II. S. n. Chr. kamen indische Zahlzeichen nach Alexan-dria , von wo sie sich in ihrer Anwendung beim Kolumnenrechnennach Rom aber auch wohl nach dem Westen Afrikas verbreiteten.Die Erinnerung au die indische Herkunft mag wach geblieben sein.Im VIII. S. lernten die Araber des Ostens die indischen Zahlzeichenin bereits wesentlich veränderter Gestalt mit der inzwischen dazuge-tretenen Null kennen. Die Null nannten sie as-sifr, das Leere, alsUebersetzung von sunya, wie die Null bei den Indern heisst. ImWesten nahm man zwar die Nuli auf, blieb aber, und wäre es nurim bewussten Gegensätze zu den Ostarabern, den alten Zeichen treu,deren indischen Ursprungs man sich eben so wohl als ihres alexan-driuischen Stempels noch lange erinnerte, und die mau jetzt Gubär-ziffern nannte, d. h. Stäubziffem*) im Gedächtnisse der indischenWeise auf mit Staub bedeckten Tafeln zu rechnen.

Wenn wir behaupten dürfen, jene doppelte Erinnerung sei langenicht verloren gegangen, so beziehen wir uns dafür auf drei Stellenziemlich später arabischer Rechenbücher. 3 ) In allen dreien ist dieForm der Gubärziflern neben der der ostarabischen, welche letztereden Namen der indischen führen, aufgezeichnet-, in zweien sind dieGubärziffern beschrieben, d. h. ihre Aehnliehkeit mit arabischenBuchstaben und Buchstabenvereinigungen ist hervorgehobeu, so dassman sie deutlich erkennen kann; in allen dreien sind dann auch die

') Diese Theorie rührt von Wöpcke her. Journal Asiatigue vom I. Halbjahr1863 pag. 69 — 79 und 514 — 529. 2 ) Ibid. pag 243. 3 J Ibid. pag. 58—68.