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Kapitel LXXY.
brauchten Würfel ersetzt werden können und fügt die mathematischeBetrachtung einiger zusammengesetzten Spielarten mit Würfeln hinzu.
Auch nach dem Erscheinen der Ratiocinia in ludo aleae dauertees wieder 14 Jahre, bis abermals in Holland eine Schrift über Wahr-scheinlichkeitsrechnung gedruckt wurde. Das Jahr 1071 liegt aberbereits jenseits der Zeitgrenze dieses Bandes, und wenn wir auch miteinzelnen Abschnitten es weniger genau nehmen, über den Bandhinaus wollen wir nicht greifen und versagen es uns desslialb, aufJan de Witt's Waertlye von lyf-renten nur proportic van los-rcnten ')irgend näher einzugehen.
Die Besprechung solcher Untersuchungen, welche an das Gebietder algebraischen Analysis anstreifen, führt uns weiter zur Erfindungder Kettenbrüche.
Wir haben Pietro Antonio Cataldi als einen der Schriftstellergenannt (S. 549), welche ihre Stimmen gegen Scaliger erhoben,als er behauptete, die Kreisquadratur gefunden zu haben. Wir hättenihn noch bei verschiedenen anderen Gelegenheiten nennen können,denn er war ein fruchtbarer Schriftsteller wie ein beliebter Lehrer. 5 )Schon 1563 war Cataldi Professor in Florenz ; 1572 lehrte er inPerugia; 1584 trat er in den Verband der Universität Bologna ,welchem er bis zu seinem Tode 1626 angehörte. Ueber 30 Schriftenwerden von ihm genannt. Die letzte, eine Vertheidigung Euklids aus seinem Todesjahr 1026, muss er, da er die Florenzer Professurnicht leicht früher als mit 20 Jahren iune gehabt haben kann, ineinem Alter von mindestens 83 Jahren geschrieben haben. Die ersteVeröffentlichung Cataldi’s ist aus dem Jahre 1572. Eine Praticaaritmetica hat er zwar mit 17 Jahren verfasst, aber ihr erster Tlieilkam erst 1002 unter dem aus Pietro Antonio umgestellteu PseudonymPerito Anuotio im Drucke heraus, während der zweite Tlieil unterCataldi’s vollem Namen 1600 folgte. Die erste Schrift, welche Ca-taldi in Bologna vollendete, war eine Abhandlung über vollkommeneZahlen vom Jahre 1588. Das Manuscript kam ihm aber abhanden,und er war genöthigt, die ganze Arbeit neu zu vollenden, so dassder Druck erst 1003 erfolgen konnte. Aus dem gleichen Jahre isteine Schrift über das Parallelenaxiom , Operetta delle linee rette equi-distanti, welches auf einem Trugschlüsse beruhen soll. Fernere geo-metrische Schriften sind eine angenäherte Kreisquadratur von 1012,eine gegen Scaliger gerichtete Vertheidigung der Kreismessung Archi-meds von 1620, eine Abhandlung über Dürers Construction des regel-mässigen Fünfecks gleichfalls von 1620, eine dreibändige Euklid -aus»abe von 1620 bis 1625. Von diesen Schriften hätten wir die
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') Ein Abdruck der sehr selten gewordenen Schrift erschien 1879 als Fest-gabe zum 100jährigen Jubiläum der Wiskunig Genootschap te Amsterdam .
’ i ) Libri IV, 87—97.