Kapitel LXXV.
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war ein, wie der Erfolg gezeigt bat, glücklicher Gedanke, in neuesterZeit weitere Auflagen des alten Werkes zu veranstalten. 1 ) Die Vor-rede zur zweiten Auflage beginnt mit einer Erklärung Bachets, welcherwir entnahmen, was wir über den Zweck des Titels* problhnes plai-sants gesagt haben. „Elf Jahre, heisst es in jener Vorrede weiter (sind seit der ersten Druckgebung dieses Buches verflossen. Ich wolltees ans Licht bringen, ebensowohl um meine Kräfte zu versuchen,als um zu sondieren, wie mau meine Leistungen beurtheilen werde,und damit es als Vorläufer zu meinem Diophant diene. Das kleineWerk ist von den hervorragendsten Geistern Frankreichs günstig auf-genommen worden; mit des Himmels Hilfe ist Diophant im Erscheinenbegriffen; es will mir daher scheinen, als könnte ich mit grössererZuversicht das Buch neuerdings veröffentlichen und mir eine guteAufnahme desselben versprechen, da es in vollkommnerem Zustandeerscheint als vordem.“ W’orin die Vervollkommnung bestehe, sprichtBachet immer in ebenderselben Vorrede an einer etwas späterenStelle aus: Fehler seien in geringerer Anzahl vorhanden, mehrereneue Aufgaben seien hinzugefügt, der Beweis, der zu dem 6. (in derfrüheren Ausgabe 5.) Probleme gehöre, sei vervollständigt. Ueber-dies, meint Bachet, seien Dinge, wie sie in seinem Buche Vorkommen,keineswegs ohne Nutzen, und beispielsweise erzählt er nun die Ge-schichte von Josephus, der nach der Einnahme von Jerusalem seinLeben rettete, indem er von einer Anordnung der mit ihm in einerHöhle eingeschlossenen Gefährten Gebrauch machte, welche dem Ge-danken nach mit der yon uns schon früher (S. 460) angeführten Auf-gabe von den 15 Türken, welche mit 15 Christen auf einem Schiffebefindlich sind, während die Hälfte der Bemannung über Bord muss,übereinstimmt. Unter den von Bachet behandelten Aufgaben ist dieder Zauberquadrate hervorzuheben, welche er nach einer Methodebildet, der der Name der Terrassenmethode beigelegt worden ist. 2 JAm wichtigsten ist aber unzweifelhaft, wie Bachet selbst erkannte,jene 6. Aufgabe der zweiten Auflage. Sie ist eine zahlentheoretischeund wird uns am Anfänge des nächsten Kapitels beschäftigen. Jetzthaben wir noch von einigen Sammlungen zu sprechen, die in Nach-ahmung der Bachet’schen entstanden.
In dem gleichen Jahre 1624, welches die zweite Auflage vonBachets Problemes plaisants erscheinen sah, kam in Pont-ä-Moussouein Buch unter dem Titel Rccreations mathdmatiques heraus. AlsVerfasser nannte sich ein VanEtten. Es blieb aber nicht unbe-kannt, dass dieses nur ein Borgname war, und dass der Verfasser
') Einer 3. Auflage folgten rasch eine 4. und 5. Letztere von 1884 ist be-zeichnet als Cinquicme edition revue, simpHfiee et augmentee par A. Labosne.
2 ) Günther, Vermischte Untersuchungen znr Geschichte der mathematischenWissenschaften.