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Zweiter Band. Von 1200-1668. Zweiter Teilband. Von 1550-1668.
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Kapitel LXXV1II.

fahrungs weise der Zusammenfassung von Elementartheilchen, wieKepler sie in der Doliometrie sich angewöhnt hatte, um sie auch nacli

1615 weiter zu üben.

Wir haben den Wirkungen nachzugehen, welche das Erscheinender Doliometrie hervorbrachte. Sie bilden, wenn auch nicht sehrzahlreich, mit voller Gewissheit nachweisbar, immerhin einen Beweisfür die rasche Verbreitung der Schrift. Zuerst fand ein Gegner sichein. Alexander Anderson, den wir früher als einen BearbeiterVieta’scher Manuscripte kennen gelernt haben, veröffentlichte schon

1616 seine Vindiciae Archimedis und verwahrte darin den genialenGriechen gegen den Vorwurf, als ob seine Exhaustionsmethode irgendetwas mit Keplers Infinitesimalbetrachtungen gemein habe. Be-wundernd und zustimmend äusserte sich dagegen Henry Briggs,der zu Anfang des Jahres 1625 seine 1624 gedruckte Arithmeticalogarithmica Kepler zuschickte und sie mit einem Briefe begleitete, 1 )welcher den in logarithmischer Rechnung erbrachten Zahlenbeweisenthielt, dass wirklich der der Kugel einbeschriebene Würfel einengrösseren Inhalt besitze als ein nur wenig von der Würfelgestalt ab-weichendes ein beschriebenes Parallelopipedon, dass also Keplers 4. Satzim II. Theile der Doliometrie richtig sei.

Ausser aller Beziehung zu Keplers Doliometrie, ja man könntesagen, ausser aller Beziehung zu Iufluitesimalbetrachtungen steht einWerk, welches wir im Vorübergehen hier neunen, weil bei demnächsten Schriftsteller, von welchem ausführlich gehandelt werdenwird, Erwähnung davon geschehen muss. Bartholomaeus Souvey 2 )(um 1577 — 1629), lateinisch Soverus, war aus Crisie unweit Frei-burg in der Schweiz. Er studierte in Rom, lehrte dann in Turin ,später in Padua. Sein Versuch, eine Professur in Bologna zu er-langen, scheiterte daran, dass er gedruckte Belege seiner wissenschaft-lichen Tüchtigkeit nicht vorlegen konnte. Erst nach seinem Todeerschien 1630 sein Tradatus de recti et curvi proportione. Dem Titelnach sollte man ausgiebige Untersuchungen über Rektification vonCurven erwarten, und auf sie verweist auch ein im VI. ^letzten)Buche ausgesprochener Grundsatz: lineam curvam extendi posse.Wesentlich Neues in dieser Richtung scheint sieh aber nicht zufinden. Hervorzuheben dürfte sein, dass im V. Buche Figuren mit-tels einer Parallelbewegung gerader Linien erzeugt werden,dass im VI. Buche eine Spirallinie unter dem Namen spiralis quadrantisdurch einen Punkt erzeugt wird, der in gleichmässiger Bewegung denHalbmesser eines Kreises durchläuft, während der Halbmesser in gleich-falls gleichmässiger Bewegung einer Drehung um 90° unterworfen ist,

') Opera Kepleri IV, 6ü9 — 66-2. *) Kästner III, 62 —66. — Favaro im

Bulletino Boncompagni XV und XIX.