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Zweiter Band. Von 1200-1668. Zweiter Teilband. Von 1550-1668.
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821
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Gregorius a. Sto. Vincentio. Wallis . Pascal. De Sluse. Hudde. Vau Heuraet. 821

dann in Padua . In der Uebersclirift seiner Werke nannte er sichOrdinis Jesuatorum S. Hieronymi in Yeneta Provincia Definitor Prn-vincialis, er war demnach Ordensgenosse Cavalieri’s und nicht Jesuit,wie mitunter irrig angegeben ist. Schon l(’>f)4 schrieb er De infinitisparabolis, worunter Curven von der Gleichung y n = b n ~ l x verstandensind, und in seinem Miscellaneum hypcrbolicum et parabolicum von1659 ist denselben Curven Aufmerksamkeit zugewandt. Insbesondereist das Tangentenproblem für dieselben gelöst, nachdem Cavalieri dieQuadratur veröffentlicht hatte. Analytische Geometrie im Sinne vonDescartes und Fermat findet man bei Angeli nicht. Gleichwohl istdurch ihn vermuthlich ein Wort in den mathematischen Sprachschatzeingeführt worden, welches gerade in der analytischen Geometrie sichals zukunftsreich bewährt hat. Um nämlich anzugeben, dass in derParabel y n = b n ~ x x die Subtangente aus zwei Stücken bestehe, vondenen das jenseits vom Scheitel gelegene das n — 1 fache des dies-seits vom Scheitel, also innerhalb der Curve, befindlichen Stückes sei

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spricht er von dem Verhältnisse des Theiles des Diameters ausserhalbder Parabel ad parte/n abscissam ab ordinatim applicata versus vcr-ticem. Wir kennen keine ältere Benutzung des Wortes Abscisse.

Der Uebersclirift nach ist man geneigt, hier auch die Dzercitatiogcometrica de maximis et minimis von 1666 zu nennen, welche Car-dinal Ricci 1 ) (1619 — 1692) zum Verfasser hat. Es scheint indessen,als wenn dort nur antikgeometrische Untersuchungen angestellt wären.

Noch weniger als in Italien sind in Deutschland Fortschritte inder Infinitesimalrechnung gemacht worden, wie sich aus den Zeit-verhältnissen leicht begreift. Keplers Doliometrie war im denk-bar ungünstigsten Augenblicke erschienen. Wüthete doch1618 bis 1648 in weitverbreiteten Gegenden Deutschlands der ent-setzliche von seiner Dauer benannte Krieg. Hat man doch fast mehrAnlass zur Verwunderung darüber, dass während jener Zeit einzelnePersönlichkeiten, wie Schwenter und Faulhaber, wissenschaft-lichen Sinn besassen und Aufbewahrenswerthes leisteten, als darüber,dass nach Aufhören des Krieges noch zwei Jahrzehnte verstreichenmussten, bis in dem materiell und geistig ausgesogenen Lande einMathematiker ersten Ranges erschien, Leibnitz , bis zu dessen Auf-treten wir diesen Band fortführen. Der Wissenschaft selbst erwuchsdurch das Brachliegen im einzelnen Lande kaum Schaden. Seit sie,dem nationalen Gebiete entrückt, Weltwissenschaft geworden war,fand sie bald da, bald dort Förderer und Förderung und wurde damitunabhängiger von politischen Begebenheiten, welche nachgerade auf-

') Montucla II, 91.

Cantoh, Geschichte der Mathem. II. 53