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Abschnitt XX.
der vier Rechnungsarten. De Morgan 1 ) beschreibt das kleine Werkals „eine der einfachsten Erklärungen der elementarsten Arithmetik,die je erschienen ist“. Das Werkchen besteht aus zwei Teilen. Dererste ist in leicht verständlicher Sprache für Kinder geschrieben. Derzweite Teil enthält philosophische und pädagogische Anweisungenfür Lehrer. Manche seiner Ideen stimmen mit denen Condillacsüberein. Fiir vingt setzt er duante und, um die Analogie nicht zubrechen, führt er die alten Bezeichnungen septante, octante undnonante ein. Eine englische Übersetzung des Büchleins wurde 1813von Elias Johns ton in Edinburgh veröffentlicht. Eine dritte eng-lische Ausgabe erschien dort 1816.
Das Studium der praktischen Rechenkunst sollte sich nach undnach durch die Einführung des metrischen Systems bedeutend ver-einfachen. Als um die Zeit des Ausbruchs der französischen Revo-lution der Drang nach Neuerungen in allen Richtungen immer stärkerwurde, machte man 1788 den Vorschlag, auch die Gewichts- undMaßsysteme einer radikalen Umformung zu unterwerfen. Viele StädteFrankreichs hatten durch ihre Deputierten um ein gemeinsames Maßfür das ganze Land gebeten. In der Sitzung der Pariser Akademievom 14. April 1760 schlug Brisson vor, ein neues System auf einenatürliche Länge zu gründen, die immer wieder leicht aufgefundenwerden könne 2 ). Nach einem Anträge von Talleyrand legte dieNationalversammlung am 8. Mai 1790 dem französischen Könige die Bittevor, den König von England einzuladen, bei der allgemeinen Maß-reform mitzuwirken und Kommissare zu ernennen, die in Gemeinschaftmit den französischen die Reform durchführen sollten. Die National-versammlung beauftragte zugleich die Pariser Akademie, die französi-schen Kommissare zu wählen und die Länge des Sekundenpendelsunter dem 45. Breitengrade als natürliche Grundlage des Maßsystemsanzunehmen. Die Idee eines natürlichen Grundmaßes soll sich zuerstin einem Werke Gabriel Moutons des Jahres 1670 finden 3 ).
Durch die Mitwirkung Englands hofften die Franzosen zu er-zielen, daß ein neues System in anderen Ländern bessere Aufnahmefinden würde. Diese großen kosmopolitischen Ideen sollten aber nichtso bald ausländischen Beifall finden. England lehnte, wahrscheinlichwegen der Hilfe, welche Frankreich den amerikanischen Kolonien inihrem Freiheitskampfe geleistet hatte, das gemeinsame Vorgehen ab.
*) De Morgan, op. cit. S. 82. *) F. Rosenberger, Geschichte der
Physik, Dritter Teil, Braunschweig 1887, S. 94. •) Gabriel Mouton , Ob-
servationes diametrorum solis et lunae apparentium etc., Lugd. 1670. V. De-lambre, Base du Systeme m^trique decimal I, 11 und Rudolf Wolf, Geschichteder Astronomie, München 1877, S. 623.