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Vierter Band. Von 1759 bis 1799.
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Wahrscheinlichkeitsrechnung

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Mühe nicht für wert, darauf einzugehen. D’Alembert beruft sichhäufig auf die Zustimmung „bedeutender Männer“, „berühmter Ge-lehrten“, „hervorragender Mathematiker“, in deren Gesellschaft ihmaber selber mitunter nicht recht behaglich ist, wenn sie z. B. durchseine Einwürfe die ganze Lehre der Wahrscheinlichkeitsrechnung als„zugrunde gerichtet“ ansehen; aber Namen verschweigt er dabei. Da-gegen verschweigt er nicht, daß seine revolutionären Meinungen auchvielen Widerspruch gefunden haben, daß sie „absurd“ und von DanielBermoulli „lächerlich“ genannt worden sind. Wuchtig absprechenddrückt sich L. Euler aus in den Opuscula analytica II, 1785, p. 331:„Mich schrecken“ (bei solchen Untersuchungen) „die Einwürfed’Alemberts nicht zurück, der diesen Kalkül zu verdächtigen ver-sucht hat. Zuerst nämlich hat dieser bedeutende Geometer die mathe-matischen Studien beiseite gelegt; jetzt scheint er sie sogar zu be-kämpfen, indem er unternommen hat, eine Reihe von Grundsätzenumzustürzen, die auf das sicherste begründet sind. Den Laien mögenseine Einwürfe gewichtig erscheinen, doch die Furcht liegt fern, daßdie Wissenschaft selbst Schaden durch sie erleide.“

Daher ist es denn nicht verwunderlich, daß d’Alemberts Ruf soziemlich ohne Nachklnng verhallte. Von den wenigen, die seinen Be-denken geneigtes Ohr liehen, sei der Direktor der physikalischen Klasseder Berliner Akademie Nie. de Beguelin erwähnt. Er w-ar 1714im Kanton Basel geboren, wurde Hofmeister des nachmaligen KönigsFriedrich Wilhelm II. und starb 1789 zu Berlin . Er hat sichmit den metaphysischen Grundlagen der Wahrscheinlichkeitsrechnungin zw r ei Aufsätzen der Memoires de l’Acad. ä Berlin 17G5 (1767),p. 231, und 1767 (1769), p. 381 beschäftigt. In dem ersten sprichter seine Ansicht aus: „Die Wahrscheinlichkeitsrechnung gehört eben sosehr, ja vielleicht in höherem Maße zur Metaphysik als zur Mathe-matik; diese liefert die Behandlung durch Rechnung, jene die Grund-lagen, auf welche die Rechnungen sich gründen“. Im zweiten Auf-sätze behandelt er eingehend, aber ohne begründete Resultate dasPetersburger Problem; er gibt eine ganze Reihe von Lösungen, diedas Gemeinsame haben, völlig willkürlich zu sein. Daß Kopf erstbeim /d™ Wurfe auffalle, soll beispielsweise die Wahrscheinlichkeitl

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haben.

Auch der Marquis de Condorcet ging, wie wir bereits erwähnthaben, auf eine Prüfung der d’Alembertscheu Bedenken ein. Imzweiten Abschnitte der oben angeführten Abhandlung 1 ) geht Condorcet

‘) Hist. Acad. de Paris , 1781, p. 707.