Band 
Vierter Band. Von 1759 bis 1799.
Entstehung
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Keihen.

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Leben sieh unter so einfache Annahmen einschnüren lassen, wie siehier aufgestellt werden; einen anderen Mangel linden wir in derDunkelheit seines Stils und in der Unklarheit seiner Ideen. MancheBeurteiler haben gemeint, Condorcet sei es gelungen, die Lückeauszufüllen, die der vierte Abschnitt der „ars conjectandi“ JakobBernoullis aufweist. Dieser geniale Mann wurde durch den Todgehindert, die Anwendung der Wahrscheinlichkeitsreehung auf bürger-liche, moralische und wirtschaftliche Verhältnisse zu liefern, was erbeabsichtigte; Condorcet habe nach 72 Jahren die Gedanken Ber-noullis durchgeführt. Andere Beurteiler finden Condorcet eher phan-tastisch als streng, eher enthusiastisch als wissenschaftlich scharf.

YY ir müssen noch einen Blick auf die letzten beiden Artikeleines Condorcetschen Aufsatzes über die Wahrscheinlichkeitsrech-nung werfen, deren erste Artikel bereits S. 243 besprochen sind.Diese beiden übrigen Artikel handeln über die Wahrscheinlichkeit außer-ordentlicher Ereignisse (Histoire de l’Acad. des Sciences . . . ä Paris 1783, p 553, und 1784, p. 454j und über die Glaubwürdigkeit dahingehender Zeugenaussagen. Die Ausführungen des ersten werden imzweiten zurückgenommen, weil sie zu hypothetisch, zu schwierig, zuwenig dem gesunden Verstände entsprechend seien. Neue, ziemlichunverständliche Betrachtungen werden an ihre Stelle gesetzt undzu einer Untersuchung über die wahrscheinliche llcgierungsdauer dersieben Könige von Rom benutzt! Man könnte es wirklich verstehen,wenn jemand solche Anwendungen als einen recht schlechten Scherzauffaßte, nur dazu angetan, die Wahrscheinlichkeitsrechnung zu dis-kreditieren.

Reihen.

Wir gehen jetzt zur Theorie der Reihen über. Dabei machtsich eine, in der Natur der Sache liegende Schwierigkeit fühlbar,mehr als in den früheren Epochen. Sie betrifft die Anordnung desStoffes. Die Y'erwendung der unendlichen Reihen findet jetzt näm-lich nahezu in allen Gebieten der Analysis statt und nimmt anprinzipieller Y\ 7 ichtigkeit mehr und mehr zu; Differential- und Inte-gralrechnung, Differenzenrechnung, Funktionentheorie, Algebra wärenohne die Theorie und die Praxis der unendlichen Reihen eines weit-tragenden Hilfsmittels beraubt. Eine Darstellung dieser Gebiete, diedie Reihen gänzlich ausschlösse und auf eine Sonderdarstellung ver-wiese, wäre kaum denkbar. So muß es denn in gewissem Maße demBelieben überlassen bleiben, ob die eine oder die andere Arbeit hier