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Vierter Band. Von 1759 bis 1799.
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Abschnitt XXII.

metriae 1 ); Johann Bayer, Vollkommene Visier-Kunst 2 ); Pezenas ,Traite du Jaugeage 8 ).

Für die praktische Geometrie, ebenso wie für alle Wissenschaften,die über Maße handeln, stellt die große Anzahl der letzteren imLeben große Hindernisse und Unbequemlichkeiten in den Weg. Be-sonders bemerkbar war es in Frankreich , wo nicht nur verschiedeneProvinzen verschiedene Maße hatten, sondern einzelne Städte in einund derselben Provinz. Das Feststellen der Einheit der Maße oderdie Gebrauchseinführung eines allgemeinen Maßes für die ganze Mensch-heit wurde hier früher, und vielleicht mit einer größeren Klarheit ein-gesehen, als in den anderen Ländern Europas . Als erster trat miteinem bestimmten Vorschlag in der Wissenschaft über diesen wichtigenGegenstand Gabriel Mouton 4 ) hervor. In seinem Werk „Obser-vationes diametrorum solis et lunae apparentium etc.“ u ) schlug er vorals allgemeines Maß den geometrischen Fuß, „virgula geometrica“,der im Erdgrad 600000mal enthalten war, anzunehmen. Um dieMöglichkeit zu haben, die wirkliche Länge dieses Fußes zu jeder Zeitzu finden, bestimmte er die Zahl der Schwingungen des einfachenPendels derselben Länge während einer halben Stunde, die sich alsdie Zahl 3950,2 erwies> Dieselben Gedanken wurden im nächstenJahre (1671) von Picard ausgesprochen und 1673 von Huygens ; siefanden sogar in der Royal Society solchen Anklaug, daß diese sich ihnenöffentlich anschloß. Am Anfang des 18. Jahrhunderts fing man andirekt die schnelle Durchführung in der Wirklichkeit zu fordern, wasin ihren Werken als erste Amontons 6 ) und Bouguer 1 ) taten. Da-nach stellte der Akademiker du Fay dem Minister das Projekt desReglements vor, welches die Einführung eines allgemeinen Maßes durchein Gesetz feststellte. Die Annahme dieses Projekts verhinderte derTod des ihm sympathisierenden Ministers, und ebenfalls des Autorsselbst. Auf derselben Neuerung bestand auch de la Condamine inseinem Memoire 8 ), in dem er zu zeigen sich bemühte, daß das natür-lichste und am wenigsten die Eifersucht verschiedener Länder her-vorrufende Maß, dem deshalb auch der Vorzug gegeben werden müßte,das Äquatorialpendel erschien, welches die Länge von 36 pariser Zollenund 7,21 Linien besitze, wenn man sich der Toise, die für Aus-messungen in Peru angefertigt worden war, bediente. Bei Einführung

■) 1732, neue Auflage, 2 Teile, fol. Augsburg 1755. Cantor, VorlesungenIIP, S. 528—529. * *) 4°, Frankfurt a. M. 1603. *) 4°, Marseille 1742. Scconde

edition, donnee en 1778 par les soins de M. de la Lande. Poggendorff,II, S. 422—423. *j Cantor, Vorlesungen IIP, S. 76. 6 ) 4°, Lugd. 1670,

p. 433. 8 ) Histoire de l’Academie des Sciences de Paris, annee 1703, p. 61.

*) Ebenda, p. 300. 8 ) Ebenda, annee 1747, p. 189.