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Vierter Band. Von 1759 bis 1799.
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Abschnitt XXII.

und welchen Flächeninhalt man dann bestimmen würde, den wirk-lichen oder den der horizontalen Grundfläche, das Endresultat würdeimmer eine und dieselbe Größe darstellen, nämlich die Ausdehnungdes Feldes. Bei den französischen Feldmessern wurde die Methode,welche bei der Messung des Feldes sich ihrer horizontalen Grund-fläche bediente, „methode de cultellation“, und die andere, die sichihrer wirklichen Fläche bediente, „methode de developpement“ genannt.

In Deutschland lenkte die im Jahre 171)0 in der DanzigerPhysischen Gesellschaft für Bewerbung um die Prämie des Fürsten Jablonowsky vorgelegte Frage: „einen unzugänglichen und undurch-sichtigen Wald oder Morast auf die beste Weise auszumessen, aufzu-nehmen und zu vertheilen“ einige Aufmerksamkeit auf sich. Außerden beiden Autoren Auer und Wilke 1 ), deren Werke mit der Prämiegekrönt wurden, beschäftigten sich mit der Lösung derselben Frageauch einige andere deutsche Gelehrte.

Als bemerkenswerteste Arbeit in wissenschaftlicher Hinsicht, diein der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts den Fragen der Feldmeß-kunst gewidmet war, ist das Werk von Lorenzo Mascheroni ,Problemi per gli agrimensori con varie soluzioni 2 ) zu nennen, welches1803 in die französische Sprache übersetzt wurde. Besondere Be-achtung verdienen darin die Aufgaben, die mit Hilfe bloß eines Linealsgelöst werden ‘oder, nach der später angenommenen Terminologie,mit Hilfe der Geometrie des Lineals.

Von den Teilen der praktischen Geometrie stand ihrer Entwick-lung nach in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts am niedrigstendie Kunst der direkten Ausmessung des Inhalts der Gefäße,welche in Frankreich Jaugeage und in Deutschland Visierkunstgenannt wurde. Ungeachtet der großen praktischen Wichtigkeit dieserKunst besonders in den Ländern, in denen die Steuern und Zölle aufGetränke und andere Flüssigkeiten den Hauptteil der staatlichen undöffentlichen Einkünfte bildeten, erreichte die Willkür in der Wahlder theoretischen Grundlagen der Ausmessung und die damit bedingteFehlerhaftigkeit der Resultate in keinem anderen Fach als in diesemeinen so hohen Stand der Entwicklung. Das Faß wurde z. B. bald

') Cantor, Vorlesungen über Geschichte der Mathematik IIP, S. 556. Dasmit der Prämie gekrönte Werk Wilkes, „Abhandlung über die Fiirstl. Jablo-nowskische Preisaufgabe aus der Erdmeßkunst etc.“ (32 S. mit 1 Tafel), war inder Sammlung „Solutiones problematum a celsissimo principe Jablonovio eshistoria polona, Geometria et oeconomia propositorum quas societas PhysicaGedanensis 1766 praemiis Jablonovianis coronavit“ (Danzig 1767;, herausgegebenvon der Danziger Physischen Gesellschaft, gedruckt. In derselben Sammlungwar auch das Werk Auers abgedruckt worden (32 S. mit 1 Tafel). *) 8°,

Pavia 1793.