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Vierter Band. Von 1759 bis 1799.
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371
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Praktische Geometrie (Feldmeßkunst).

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als abgekürztes Ellipsoid betrachtet, bald als Zylinder, dessen Diametergleich ist der halben Summe der Diameter der Grundflächen des ab-gestumpften Kegels, der dieselbe Höhe hat, bald als zwei abgestumpfteKegel, die an beiden Seiten der gemeinschaftlichen großen Grundflächengelegen sind. Die Resultate der Ausmessung in der ersten Voraus-setzung erschienen im Vergleich zur Wirklichkeit stark vergrößert,bei den beiden anderen jedoch im Gegenteil stark verkleinert. Invollem Einklang mit der Ungenauigkeit und Fehlerhaftigkeit dertheoretischen Gründe der Ausmessung des Inhalts von Gefäßenstanden die dazu in der Praktik gebrauchten Instrumente; als solchedienten die Stäbe, Velten , pytometrische Lineale, Ruten, Rohre,Gerten, Bänder und eine Menge verschiedener Visiere mit 4, 6und 8 Seiten, die eine bedeutende Anzahl von Skalen enthielten, dienach verschiedenen und dabei gewöhnlich fehlerhaften Methoden kon-struiert waren. Die Folgen eines so traurigen Zustandes der für daspraktische Leben so wichtigen Kunst sind nicht schwer vorauszusehen.Der reiche Kaufmann Bruni aus Marseille erlitt einen Schaden von40000 Franken wegen der fehlerhaften Ausmessung des Inhalts derFässer mit dem zugestellten 01 aus dem Osten. Bei der Ausmessungeines Füßchens mit Branntwein, das aus Orleans gesandt war und inWirklichkeit 58 Pinten enthielt, mußte in Paris im Jahre 1783 für76 Pinten Einfuhrzoll bezahlt werden.

Aus den Versuchen, die Visierkunst auf eine möglich höchsteStufe zu bringen, die in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts ge-macht wurden, erregte wenigstens in Frankreich die größte Aufmerk-samkeit das Werk, welches dem königlichen Professor der Mathematikan der königlichen Kriegsschule, Dez, gehörte. Seinen Erfindungenund Forschungen auf diesem Gebiete weihte er sein, von der PariserAkademie der Wissenschaften gedrucktes „Memoire sur la theoriedu jaugeage “ 1 1 und den umfangreichen Artikel „Jauger“ in derEncyclopedie methodique 2 ). Der Vorzug des von ihm erfundenenApparates zum Ausmessen des Inhaltes der Fässer vor anderen solchenApparaten wurde durch zahlreiche Versuche, die am 22. Februar 1776in der Steuerverwaltung in Gegenwart von Mitgliedern der Kom-mission, die zu diesem Zweck von der Pariser Akademie der Wissen-schaften ernannt war, festgestellt. Auf Grund des Berichtes, den dieseKommission vorlegte, nahm die Regierung in Person des MinistersTurgot diese Erfindung von Dez an und beschloß sie zum Ge-brauche seiner Beamten einzuführen. Die Anerkennung der Erfindung von

*;■ Memoires de raathematique et de physique, presentes ä l’AcademieRoyale des Sciences par divers Savans et lös dans ses Assemblees, annee 1773,p. 383—389. . *) Matliematiques II, p. 243—257.