Raumkurven und Flächen.
539
ds = dx V1 + p 2 + (f + gpf-Es soll nun das Integral
.•>• = j dx^l + ;> 2 + (/'+ ypY
zu einem .Minimum gemacht werden. Die Anwendung der von Euler inder Metliodus inveniendi aufgestellten Kegeln führt auf die Differential-gleichung dp (1 + f 3 + (f) + (g — fp ) (df + pd g) = 0. Dies ist eineDifferentialgleichung zweiter Ordnung. Eine erste Integration leistetEuler durch einige Substitutionen; er setzt nämlich
«-für-; + £* = **;
f + <jp ’
f ’
V
T+lp-
Es ergibt sich so
ds _ dk
' 1 + «’ _ .1 + &•) Vi +
so daß wenigstens die Variable s isoliert ist.
Es ist von Interesse, daß die hier eingeführte Größe .s eine einfachegeometrische Bedeutung hat; ist nämlich w der Winkel, den einegeodätische Linie mit den Kurven z = const. bildet, so ist s = tg«';dieser Hinweis fehlt allerdings bei Euler , aber immerhin ist es be-merkenswert, daß Gauß die Integration der geodätischen Linie aufähnliche Weise angegriffen hat 1 ), nämlich durch Einführung desWinkels, den sie mit den Paranieterkurven bilden. — Des weiterenist bemerkenswert, daß Euler hier, wohl zum erstenmal, eine sym-metrische Behandlung der drei Koordinaten eines Flächenpunktesund einer für sie abgeleiteten Differentialgleichung unternimmt, die ermit den Worten einleitet: „Universam hanc quaestionem ita tractaremihi est visum, ut omnes formulae pari ratione tres coordinatasx, y, z involvant, quo pacto speculationi potius consulatur quamusui; hancque ob rem investigationes sequentes subjungam“. Er nimmtnun die Differentialgleichung der Fläche in der Form an:
pdx + qdy + rdz = 0,
und erhält als Differentialgleichung der geodätischen Linien:
d 3 x(qdz — rdy) + d 3 y(rdx — pdy) + d~z (pdy — qdx) = 0,die er noch in die Form setzt:
d s s qd*z — rd i y rd i x — pd*y pd*y — qd“x
ds qdz—rdy rdx—pdz pdy—qdx
*) Disquisitiones generales circa superficies curvas, Art. 18 .