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Vierter Band. Von 1759 bis 1799.
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585
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Die Perspektive vom Mittelalter bis zu Ende des 17. Jahrhunderts. 585

(d. h. eine schematische und eine wirkliche Figur) gibt, ein System,welches von dem hochbedeutenden Gelehrten Guido Ubaldo delMonte (1545—ltiOT) ('vgl. IP, S. 568) 1 ), zu dem wir uns jetztwenden, beständig verfolgt und ausgeführt wird.

Die hohe Bedeutung der Arbeiten del Montes über die Mechanikwurde von Lagrange und den nachfolgenden Historikern vollkommenerkannt (IP, S. 568 ff.). Einen nicht minder hervorragenden Platzverdient er in der Geschichte der Geometrie als Verfasser der „Per-spectivae libri sex“ (Pisauri 1600), eines Werkes, das nicht nur alseiner der glänzendsten Edelsteine der italienischen Literatur, sondernauch als eines der höchsten Produkte des menschlichen Geistes über-haupt betrachtet werden muß. Alle diejenigen, welche es genauerkennen lernten, haben es sehr bewundert. Und wenn die Verehrer-zahl nicht sehr groß ist, so beruht das darauf, daß viele Mathematikeres mit Unrecht für ein Werk hielten, das nur den Künstlern gewidmetsei, und diese hingegen zum größten Teil ein im reinsten euklidischenStil «reschriebenes Werk schwierig fanden. Um die außerordentlicheWichtigkeit der „Perspective“ del Montes zu beweisen, genüge es,darauf hinzuweisen, daß im I. Buch der Satz in seiner All-gemeinheit bewiesen ist, daß die Zentralprojektion eines Systemsparalleler Geraden im allgemeinen ein Büschel ist, eine Tatsache,welche man zwar schon vorher empirisch festgestellt hatte, dessenrationelle Erklärung aber nicht einmal versucht worden war 2 ). Daßder Verfasser sich der Bedeutung dieser Entdeckung wohl bewußtwar, erhellt aus dem Titelblatt seines Bandes, wo man die neben-stehende Fig. 62 sieht

mit dem Motto: „citradolum fallimur“. DelM onte verdanken wirauch die Benennung„punctum concursus“fürden Mittelpunkt desBüschels, welches dieProjektion einesSystemsparalleler Geraden ist,eine Bezeichnung, wel-che die nachfolgenden

Schriftsteller einstimmig annahmen. — Im II. Buch wird die Theorie

Fig. 62.

*) Vgl. Tiraboschi, a. a. 0., p. 475—478. *) Als eine nicht uninteressante

Kuriosität möge das Folgende erwähnt werden(vgl. S. 544): In Tinseaus Abhand-lung „Solutions de quelques problemes relatifs ä la theorie des surfaces courbes