Band 
Vierter Band. Von 1759 bis 1799.
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Die goldene Periode der theoretischen Perspektive.

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jenigen nicht verschieden, welche heutzutage in der Methode der Zen-tralprojektion angewandt wird, und an die wir durch die Fig. 05 unsereLeser erinnern wollen. Der Verfasser wendet seine Methoden auf dieBestimmung der Perspektive von Polygonen an und lehrt dann vierweitere Methoden zur Auffindung der Perspektive eines beliebigenRaumpunktes; unter diesen Methoden ist die erste besonders bemer-kenswert, da sie von der Betrachtung der Orthogonalprojektion desPunktes unabhängig ist. Das IV. Kapitel beginnt mit der Voraus-setzung, daß das Projektionszentrum von der Tafel sehr weit entferntsei, so daß die Projektionsstrahlen als parallel angesehen werdenkönnen. Das V. Kapitel handelt von der Perspektive auf schiefeEbenen, das folgende von derjenigen auf Ebenen, welche dem Horizontparallel sind, und das VII. von den Schatten. In dem folgenden kehrtder Verfasser zu den Problemen zurück, welche er im Anfanse be-trachtet hat. um zu zeigen, wie die dort angegebenen Auflösungenzu vereinfachen sind, und im letzten wendet er die erhaltenen Resul-tate auf die Gnomonik an, wobei er zu neuen und einfachen Kon-struktionen gelangt. Nun, das Wenige, das wir hier über diese Jiing-lingsarbeit des hervorragenden niederländischen Gelehrten gesagt haben,scheint uns zu genügen, um zu beweisen, daß er dem Zweige derMathematik, dessen Entwicklungsstadien wir hier verfolgen, eineaußerordentliche Förderung gebracht hat.

Nicht minder wichtig und ersprießlich wurde die Wirkung, welcheauf die Entwicklung der Perspektive ein großer Analyst ausübte,welcher auch eine große Rolle zur Zeit der Geburt der Infinitesimal-rechnung spielte; wir meinen Brook Taylor (1685—1731; vgl. III 2 ,S. 378). — Im .Jahre 1715 veröffentlichte er eine kurze Arbeit überdie „Linear-Perspektive“, welche vier Jahre später in verbesserter Auf-lage unter dem Titel „New principles of linear Perspective“ erschien;aber der zu gedrängte Stil des Verfassers verhinderte, daß die Künstler,an die das Werk in erster Linie gerichtet war, es verstanden; daherveröffentlichte nach Taylors Tod John Colson (1680—1760) —eine andere der Personen in dem Drama, in dem Leibniz undNewton die Protagonisten waren! — eine neue mit Berichtisruntrenund Zusätzen versehene Auflage, deren vollständiger Titel lautet:„New principles of linear perspective: or tbe Art of Designing in aPlane, the representation of all sort of Objects, in a more and generalsimple Method, than has been hitherto doue“ (London 174-9). DieLektüre dieses kurzen, aber vortrefflichen Werkes bereitet dem mo-dernen Leser eine der angenehmsten Überraschungen, da man, um esganz kurz zu sagen, darin alle Grundbegriffe (nur etwa den „Distanz-kreis“ ausgenommen) und alle Methoden der Zentralprojektion vor-

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