Abschnitt XXV.
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Verfahrens hier nicht angeben und nur bemerken, daß Zanotti auchdie Modifikationen zeigt, welche jene Konstruktion erfordert, wenndas Objekt zwischen das Auge und die Tafel fällt. — Der" IV. Ab-schnitt des betreffenden „Trattato “ enthält die bekannten, schon vondel Monte und Sterin angeführten Sätze über die Transformationeines Systems paralleler Geraden durch Projektion in ein eigentlichesBüschel oder umgekehrt. Der V. Abschnitt betrifft die Schatten, derVI. Abschnitt die Perspektive von Kurven mit besonderer Berück-sichtigung des Kreises, der VII. Abschnitt die Perspektive der regel-mäßigen Polyeder und der VIII. Abschnitt, welcher rein praktischerNatur ist, die Perspektive der Zimmerdecken und der Bühnen. Diezwei letzten Abschnitte sind dagegen wieder theoretisch; der eineenthält eine Methode zur Zeichnung der Perspektive ohne Zuhilfe-nahme des Grundrisses 1 ), während der andere sich mit der Wieder-herstellung einer Figur beschäftigt, von der eine Perspektive be-kannt ist. Das M erk schließt mit einem Nachworte „über ver-schiedene, die Perspektive betreffende Fragen“, welche nur für KünstlerInteresse hat.
Mit Rücksicht darauf, daß es zweckmäßiger war, alle Bei-träge, welche Zanotti zur Perspektive geliefert hat, im Zusammen-hang zu betrachten, haben wir uns leider gezwungen gesehen, diechronologische Ordnung für einen Augenblick zu verlassen. Dennschon vor dem Erscheinen des „Trattato teorico-pratico di prospettiva“war in Deutschland ein sehr originelles Werk veröffentlicht worden,dessen Verfasser Johann Heinrich Lambert (1728—1777) 2 ) war.Während seines fast ein halbes Jahrhundert dauernden Lebens hatLambert viele wertvolle mathematische und philosophische Arbeitengeschrieben, wobei er sich beständig bemüht, die Anwendungen derexakten Wissenschaften in das gehörige Licht zu setzen. Eine großeund wohlverdiente Berühmtheit erlangte die Abhandlung „Insiguioresorbitae cometarum proprietates“ AVien 1761; Augsburg 17711,welche mindestens eine Erwähnung in jeder Geschichte der Geometrieverdiente, weil darin der schöne Satz (heute „Lambertscher Lehr-satz“ genannt) dargelegt wird: „In jeder parabolischen Bahnkurveeines Punktes hängt die Zeit, in welcher ein beliebiger Bogen be-schrieben wird, nur von der entsprechenden Sehne und der Summeder Radiusvektoren der Bogenextreme ab“. Dieser Satz hat einAnalogon in dem folgenden, welchen man ebenfalls Lambert ver-
*) Wurde beim Schreiben dieses Abschnittes Zanotti etwa von Lambertbeeinflußt, von dem wir gleich sprechen werden? *) Seine Biographie be-
findet sich im XXIII. Abschnitt, S. 408.