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Vierter Band. Von 1759 bis 1799.
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Die goldene Periode der theoretischen Perspektive.

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dankt: „Betrachtet man in zwei Ellipsen, welche einen gemeinsamenBrennpunkt haben, zwei Bogen, in welchen die Sehnen und dieRadiusvektoren gleich sind, so ist das Verhältnis der entsprechendenEllipsensektoren gleich der Quadratwurzel des Verhältnisses der ent-sprechenden Parameter“. Lagrange und Laplace, auf die dieSchönheit dieser Resultate großen Eindruck machte, haben versucht,dieselben analvtiscli zu begründen. Es gelang ihnen. Lagrangeaber hat dabei gewissenhaft anerkannt, daß in diesem Falle die Geo-metrie Siegerin über die Analysis geblieben war.

„Die freve Perspective, oder Anweisung jeden perspectivischenAufriß von freyen Stücken und ohne Grundriß zu verfertigen“ 1 ),das Werk, welches Lambert einen Ehrenplatz in der Geschichte derPerspektive und der modernen Geometrie sichert, zeigt auch den-jenigen, welche die wissenschaftliche Physiognomie des Verfassersnicht kennen, deutlich, daß dieser zugleich Mathematiker und Physikerwar, und daß er in seinen wissenschaftlichen Studien stets seinenBlick auf die praktischen Anwendungen richtete. Sein Hauptzielwar, das Zeichnen von Perspektiven unabhängig von einer vorher-gehenden Zeichnung einer Orthogonalprojektion zu machen; es warein natürlicher und wohlberechtigter Wunsch, den wir schon beianderen angedeutet fanden, und den auch schon Taylor in seinemWerk erfüllt hatte. Lambert kannte wahrscheinlich dieses Werknicht, jedenfalls gab er einen neuen Weg an, um jenes Ziel zu er-reichen.

Diese allgemeine Bemerkung vorausgeschickt, wollen wir nundie acht Abschnitte des Lambertschen Werkes durchgehen, umihren Inhalt kennen zu lernen:

I. Abschnitt. „Von den Gründen der Perspektive, und denGesetzen, nach denen ebene Flächen und darauf stehende Körperentworfen werden.“ Als Erfahrungstatsachen nimmt Lambertdie folgenden an: a) das Licht verbreitet sich geradlinig, b) dieTafel vertikal vorausgesetzt, haben die Vertikallinien eben solcheGeraden als Projektionen. Er setzt ferner ein Beziehungs-system als gegeben voraus, dessen Ebenen die Tafel, die ge-gebene Horizontalebene und eine durch den Gesichtspunkt (oderdas „Auge “) gehende und zu den zwei anderen rechtwinklig stehendeEbene seien. Die Schnittlinie der Tafel mit der Horizontalebenenennt er Fundamental- oder Grundlinie („ligne de terre“ in der fran-zösischen Übersetzung). Die Entfernung (Fig. 69) des Auges 0 von

t ) I. Auf!., Zürich 175'J; II. Auf!., ib. 1774. Man sehe auch „La perspec-tive affranchie de l'embarras du plan geometral“, Zürich 1759.