Band 
Vierter Band. Von 1759 bis 1799.
Entstehung
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617
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Die goldene Periode der theoretischen Perspektive.

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reographischen Projektion geometrisch abgeleitet, sondern auch, durchAnwendung dieses Verfahrens, die Hauptfragen der sphärischenTrigonometrie und der Gnomonik ohne Zuhilfenahme der Rech-nung gelöst.

Im Monat März desselben Jahres (1788) erschien in Verona dasBüchlein „I. Torelli Veronensis, Elementa perspectivae libri II. Opuspostumum recensuit et edidit J. B. Bertolini“. Sein Verfasser ist JosephTorelli 1 ), welcher in Verona am 3. November 1721 geboren wurde,die juristische Doktorwürde in Padua erhielt und sich dann vollständigder Literatur und den Wissenschaften widmete. Außer einem an Polenigerichteten Briefe, welcher „De rota sub aquis circumacta“ ( Verona 1747) handelt, hat er eine Arbeit philosophischer Natur „De niliilogeometrico“ (Verona 1758; vgl. Absch. XXVIj und eine andere iueuklidischem Stil „Geometrien“ (Verona 1769) geschrieben, in welcherdie folgenden drei Probleme aufgelöst sind: I. Durch zwei in derEbene eines Kreises gelegenen Punkte einen anderen Kreis durchgehenzu lassen, welcher den ersten berührt. II. Gegeben zwei geradlinigeStrecken; über denselben zwei ähnliche Kreissegmente zu beschreiben,deren Bogen sich berühren. III. In einem Punkte der Quadratrixdes Dinostratus 2 ) die Tangente zu ziehen 3 ). Torelli starb inseinem Vaterlande am 18. August 1781. Die Früchte seiner lang-jährigen Forschungen über die archimedischen Handschriften wurdenvon der Universität Oxford angekauft und durch A. Robertson ver-öffentlicht; so entstand ein prächtiger Folioband, welcher Torellidie Unsterblichkeit sichert. Handschriftlich hinterließ Torelli aucheinige Kapitel über die Perspektive, wozu er als Einleitung eine Ab-handlung schreiben wollte, um zu beweisen, daß. diese Lehre bereitsden Alten wohl bekannt war. Sie bilden kein eigentliches Lehrbuch,da sie Erklärungen, aber nicht Methoden enthalten; man darf auchnicht verschweigen, daß die häßlichen Figuren den Text eher ver-dunkeln, als ihn erläutern und dazu beigetragen haben werden, dasBuch bei den Künstlern in Mißkredit zu bringen.

') Vgl. die Lobrede, welche der berühmte Dichter Pindemonte aufTorelli schrieb, und die im III. Bd. der „Mein. della Soc. It. delle Scienze“ 0784)veröffentlicht wurde. *) Die als „quadratriee scalena“ bezeichnete Kurve istvon der gewöhnlichen Quadratrix nicht verschieden. *) Torelli gibt den

griechischen Text (und die lateinische Übersetzung) des Passus der „Collectiouesmathematicae" von Pappus, welcher jene Kurve betrifft, nach einer Vatikan -Handschrift, welche wahrscheinlich dieselbe ist, welche Hultsch benutzte;er schlug einige Varianten vor, welche dieser Gelehrte nicht gekannt zuhaben scheint.