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G. Monge als Begründer der darstellenden Geometrie.
Jakob Monge war ein armer umherziehender Kaufmann ausBeaune, einer kleinen Stadt des Departement de la Cöte d’or (Bur-gund ), dessen ganzes Streben danach ging, seinen drei Söhnen denUnterricht angedeihen zu lassen, welchen das Kollegium seiner Vater-stadt ihnen geben konnte. Alle drei entsprachen in reichem Maßeden Erwartungen ihres Vaters; unter ihnen aber war es der älteste,Gaspard, geboren am 10. Mai 1746, welcher den Namen Mongeunsterblich machen sollte. 1 ) Kaum 14 Jahre alt, erregte er schon dieBewunderung seiner Umgebung, indem er eine Feuerpumpe herstellte,und im Alter von 16 Jahren durch die Zeichnung eines prächtigenPlanes seiner Vaterstadt. Die Kunde von seiner hohen Begabunggelangte auch bis zu den Ohren der Oratoristen von Lyon , welchedem hoffnungsvollen Knaben den Unterricht in der Physik in ihremKollegium an vertrauten, wobei sie ihn zugleich für ihren Orden zugewinnen suchten. Jakob Monge riet seinem Sohn ab und suchteihn dafür zu bestimmen, die Unterstützung eines Oberstleutnantsanzunehmen, welcher jenen Plan von Beaune voller Bewunderungkennen gelernt hatte und nun versuchte, dem Autor den Eintritt indie Militärschule des Geniekorps zu Mezieres zu verschaffen. Aberdie niedrige Herkunft erlaubte dem jungen Monge nicht, den Offiziers-degen zu tragen; daher mußte er sich mit einer Stelle in der Unter-sektion jener Schule, die für Praktiker bestimmt war, begnügen (1765).ln dieser Stelle hatte er sich besonders mit einer Operation zu be-schäftigen, welche man „defiler un fort“ nannte. Die geistreichenModifikationen, welche er an den alten und sehr mühsamen Verfahren,nach welchen jene Operation bisher vollzogen wurde, vornehmen
b Von Monge sprechen, mehr oder minder ausführlich, alle Geschichts-werke über das Kaiserreich und das Konsulat, wie auch die Denkschriftenjener Zeit (vgl. z. B. „Memoires de Madame Roland“ Paris 1884, II. Bd., p. 286).Aber die ergiebigste und beste Quelle über sein Leben ist die geistreicheLobrede, welche Arago am 11. Mai 1816 an der Pariser Akademie hielt(„Oeuvres completes de F. Arago“, II. Bd., Paris 18ö4, S. 427ff.). Man mußauch den „Essai sur les Services et les travaux scientifiques de G. Monge“(Paris 1819) von C. Dupin heranziehen, obgleich in ihm die politische Leiden-schaft der Epoche sich bemerkbar macht. Andere Quellen sind im Inter-mediaire des mathdmaticiens, Bd. XII, 1905, p. 47—48, Bd. XIII, 1906,p. 118—119, 202—203, und Bd. XIV, 1907, p. 11—13. Diejenigen, welche dieganze Familie Monge, von dem Urgroßvater des großen Geometers bis zu denletzten Nachkommen, kennen lernen wollen, mögen auf die „Genealogie de lafamille de Gaspard Monge“ (Dijon et Paris 1904) von L. Morand verwiesenwerden.