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Abschnitt XXVI.
die Seiten „fient inter se magis parallela“, und dy = - 1 ,; daß, wenndaneben BC = —, dann d>/ = ist.
Noch im Jahre 1761 begegnen wir einem bekannteren italieni-schen Gelehrten, Paolo Frisi (siehe oben S. 19), Barnabiteu, ge-boren zu Mailand am 13. April 1728, gestorben daselbst am 22. No-vember 1784. Seit seiner ersten Jugend widmete sich Frisi derMathematik gegen den Willen seiner Vorgesetzten, die beabsichtigten,aus ihm einen Theologen zu machen, und die erst dann davon ab-standen, seine Neigung zu bekämpfen, als sein Wert von der gelehrtenWelt öffentlich anerkannt wurde. Er lehrte Mathematik zu Pisa ,dann zu Mailand ; die ersten Akademien und Gesellschaften von ganzEuropa zählten ihn unter ihre Mitglieder, Fürsten und Könige er-teilten ihm die höchsten Ehren. Den großen Ruhm, dessen er sicherfreute, verdankt Frisi besonders seinen astronomischen und hydrau-lischen Schriften; wohlbekannt sind auch seine Lobreden auf Galilei und Cavalieri. Auf die reine Mathematik bezieht sich eine Abhand-lung über die Fluxionsmethode, welche den zweiten Teil des1761 erschienenen zweiten Bandes der Dissertationum variarum 1 )bildet. Wie der Verfasser angibt, ist diese eine Erweiterung einervor neun Jahren in Mailand herausgegebenen Schrift. 2 ) Frisi setztsich als Zweck vor, die Maclaurinschen Methoden zu vereinfachen;sein Verfahren ist aber eine Vermischung der Fluxions- mit der In-finitesimalmethode, und zwar finden wir neben der Definition derFluxion die des Differentials, welches der Unterschied zweier Ordi-naten oder Bögen usw. ist, wenn diese einander unendlich nahe sind,so daß man den Unterschied als unendlich klein und die Ordinatenoder Bögen als einander gleich ansehen darf. Die Abhandlung be-steht aus zwei Abteilungen, deren erste die Theorie behandelt, wäh-rend die zweite den geometrischen Anwendungen gewidmet ist. DieEntwicklung der Theorie beschränkt sich auf die Bestimmung derFluxion eines Produktes, einer Potenz mit rationalem Exponenten undeines Polynoms. Um die in der zweiten Abteilung befolgte Methodezu charakterisieren, mag es hinreichen, darauf hinzuweisen, daß der
*) Der erste Band (Lueea 1759) enthalt eine Dissertation über die Prä-zession der Nachtgleichen, eine über die Atmosphäre der Himmelskörper undeine über die Natur des Äthers, von denen die erste von der Berliner, diezweite von der Pariser Akademie gekrönt wurde. Der zweite Band (Lucca 17011enthält eine Dissertation über die Unregelmäßigkeiten der Bewegungen derPlaneten, eine über die Fluxionsmethode und eine dritte mit dem Titel: Me-ditationes quaedam metaphysicae. *) De methodo fluxionum geo-
metricarum et ejus usu in investigandis praecipuis curvarum affec-tionibus dissertatio, Mailand 1753.