Totale und partielle Differentialgleichungen.
D7:5
Einen Beweis gibt Lagrange nicht an, sondern verweist einfachauf seine Integration der Gleichung
dz =y dzdx d 1 /
+ Z.
Erst im Jahre 1785 kommt Lagrange wieder auf die lineareGleichung zurück, um einen Beweis für seine Methode zu gehen. 1 )Für den Fall von drei Variablen u, x, y sei wie herkömmlich
du . d u
, = p und , = <j
d x 1 d i/
gesetzt; die gegebene Differentialgleichung sei
Xp + Yq = U,
wo X, Y, U beliebige Funktionen von u, x und y sind,von selbst
du = pdx + qdy.
Durch Multiplikation beider Gleichungen folgt
(Xp + Yq) du = U(pdx + qdy )
oder
p(Xdu — Udx) + q(Ydu — Udy) = U.Lagrange nimmt nun an, die beiden Gleichungen
Xdu — Udx = 0 und Ydu — Udy = 0
Es ist daun
seien in der Form integriert
« = A, ß = B,
wo A und B bekannte Funktionen von u, x und y, ferner «, ß dieIntegrationskonstanten sind. Lagrange führt jetzt statt x und ydie eben bestimmten Ausdrücke A und B als neue Variable a und ßin die ursprüngliche Differentialgleichung ein. Er erhält zunächst
und ganz analog
Ö O
, dA, d A , dA ,
du = , du 4- -r~ dx + d 1 /du dx dy '
dß =
dB
du
du
dB
dB
, dx + -y dy.dx dy J
Für die hierin auftretenden Derivierten von A und B lassen sichaber zwei bemerkenswerte Relationen aufstellen. Betrachtet mannämlich die Funktionen A und B als Integrale von
‘) Oeuvres de Lagrange, t V, p. 543ff.