98U
Abschnitt XXVII.
einer Weise aus den drei Größen p, q und M = z—px — qy zusammen-setzt; dann werden nämlich die Größen C und I) beide notwendig0, das Differential der ursprünglichen Gleichung wird von der Form
Mdp + Ndq = 0,
woraus Monge p — q>(q) folgert, und das ist, wie er ausdrücklich be-merkt, die Gleichung der abwickelbaren Flächen. Setzt man dieseGleichung in die ursprüngliche ein, faßt q als Parameter auf und diffe-rentiiert nach q partiell, so hat man zwei Gleichungen, die das ge-suchte Integral repräsentieren. Bei dieser Gleichung, die als allge-meine Clairautsche Gleichung aufgefaßt werden kann, ließe sich dasvollständige Integral noch leichter aufstellen.
M onge bemerkt sodann 1 ), daß die Annahme
('■dx -f- Ddy = 0
vollkommen willkürlich war, und daß jede andere derartige Annahme,die auf eine bekannte Differentialgleichung 2. Ordnung mit einerKonstanten weniger führt, ebenso berechtigt sei; diese Überlegunghabe ihn zu den folgenden merkwürdigen Resultaten geführt: Ist
F(L, M, X) = o
eine Differentialgleichung, wo L, M, N gegebene Funktionen vonx, y, z, p, q sind mit der ganz speziellen Eigenschaft, daß aus zweiender Gleichungen
dL = 0, dM = 0, dN= 0
von selbst mit Notwendigkeit die dritte folgt, so wird das Resultatder Elimination von p, q und einer der willkürlichen Funktionen ausden vier Gleichungen
L = k-, M — tpa ; X = ipu-, F («, <pcc, ipa) = 0
zusammen mit der partiellen Derivierten der Eliminationsgleichungnach a das „integrale complete“ der gegebenen Differentialgleichungbilden. Nach dieser Methode der Integration durch Berührungstrans-formationen 2 i, wie wir heutzutage sagen, behandelt, führt das Beispiel
«(x + T) + h {y + "i) + c ( z -!!) = 1 >
wo
k~ = l + p~ + q*,
auf die drei Gleichungen
') Histoire de l’Academie des Sciences 1784 (1787), p. 174. *) Auf
dieses Vorkommen der Berührungstransformationen hat zuerst E. v. Weber,Math. Enzyklopädie, Bd. II, S. 3ö9, Anm. 224 aufmerksam gemacht.