Band 
Dritter Band. D bis E.
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D'Aguesseau Dahl 5

Zähren und ward zu St.-Dents beerdigt, welches er 6 Zahre vorher ge-gründet hatte.

D'Aguesseau (Henry Fraiwois), ausgezeichnet in den Zahrbüchernder französischen Gesetzgebung und Bcredtsamkeit, war geb. zu Limoges 1688.Er zeigte früh die glücklichsten Anlagen. Sein Vater, Intendant von Lan-guedoc, war sein erster Lehrer. Der Umgang mit Racine und Boileau bil-dete sein Talent zur Dichtkunst. Er wurde 1691 in Paris Generaladvocat,und in einem Alter von 32 Jahren Generalprocurator des Parlaments. Indiesem Posten bewirkte er viele Verbesserungen der Gesetze und Rechtspflegeund nahm sich besonders der Verwaltung der Hospitäler an. Bei einerHunzersnoth im Winter 1709 wandte er alle seine Macht an, um dasElend zu mildern. Als standhafter Vertheidiger der Rechte der Nation undder gallicanischen Kirche verwarf er die Beschlüsse Ludwigs XlV. und desKanzlers Voisin zu Gunsten der päpstlichen Bulle UnigenituS. Unter derRegentschaft des Herzogs von OrleanS ward er Kanzler (1717), fiel aber,Weil er sich Law's unheilbringendem Finanzsnsteme widersetzte, 1718 in Un-gnade und zog sich auf sein Landgut zu FresneS zurück. Hier genoß er,wie er selbst sagte, die schönsten Tage seines Lebens; er beschäftigte sich mitdem Lesen der Bibel, mit dem Plane einer Gesetzgebung und dem Unterrichteseiner Kinder. Mathematik, Ackerbau, Künste und Wissenschaften fülltenseine Muße aus. Als 1720 Law das Mißvergnügen von ganz Frankreich erregt hatte, glaubte man eines Mannes wie d'Aguesseau, der die Liebedes Volks besaß, nöthig zu haben, um das allgemeine Murren zu stillen:d'Agmsseau ward also in seine vorige Würde wieder eingesetzt. Dieser Zeit-raum in seinem Leben erscheint für seinen Ruhm weniger glänzend: denn ernahm aus Law's Hand seine Stelle wieder an und gab seine Einwilligungzu gewissen unhaltbaren und verderblichen Planen, die das Parlament je-doch verwarf; er duldete auch am Ende sogar, daß eben dieses Parlamentnach Pontoise verwiesen wurde. Nichtsdestoweniger ward er 1722 zum zwei-ten Male verwiesen, weil er sich dem Cardinal Dubois widersetzt hatte, wardzwar 1727 vom Cardinal Fleury abermals zurückberufen, erhielt aber seinAmt erst 1737 wieder. Er hatte die Absicht, Einheit in die Vollziehungder alten Gesetze zu bringen, ohne ihre Grundlage zu erschüttern, und dasMangelnde hinzuzusetzen. Allein diese Arbeit überstieg die Kraft eines ein-zelnen Menschen. Er starb 1751, nachdem er 1750 die Kanzlerwürte nie-dergelegt hatte.Seine durch mehre Ausgaben verbreiteten Schriften", sagtBouterwek ,sind Muster der wahren Bcredtsamkeit in ihrer Art: geistreich,verständig, prunklos, zierlich, und doch kraftvoll, immer dem Gegenständeangemessen und voll vortrefflicher Lehren, besonders für Diejenigen, diesich zu Staats- und Zustizmännern bilden wollen. Vortrefflich sind die Vor-trage, mit welchen er die Sitzungen des Parlaments eröffnete". SeinEnkel, der MarguiS D'A gucsseau (Henry Cardin Jean Baptistel, seit1814 Pair von Frankreich , seit 1789 Mitglied der Akademie der Wissen-schaften (gest. zu Paris den 22. Jan. 1826), war RechtSgelehrtcr, Mitgliedder ersten Nationalversammlung und unter Napoleon Senator; dann ein treuerAnhänger des Königs.

Dahl (Johann Christian), Landschaftsmaler, seit 1820 Mitglied derdresdner Akademie, dann Professor, geb. den 21. Febr. 1788 zu Bergen inNorwegen , sollte anfangs Theologie stndiren, hatte aber dazu weder Neigungnoch die Mittel; daher wurde er in seiner Vaterstadt bei einem Malermeisterin den Unterricht gegeben. Hier arbeitete er an allerlei Wchildereien, Zini-Merverzierungen rc., lernte jedoch wenig, außer daß) er den Drang nach dem