Band 
Dritter Band. D bis E.
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Daire

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Daktylicthek

sauerste Citrone wie eine reife Orange schmeckt. Die Wirkung dieser wun-dersamen Beere (-r-nnui ovv^Ivcu-,), welche Alles dem Gaumen zuckerhastmacht, verliert sich nicht ehsr^ als bis man verschiedene Male gegessen hat.Die Regierung ist völlig despotisch. Der König hat 34000 Weiber, vondenen eine Anzahl bewaffnet und geübt ist; diese bilden seine Leibwache. Aufden Gräbern der Ah»en des Königs werden jährlich eine Menge Menschen,meistens Gefangene, geopfert, theils um die Gräaer zu befeuchten, theils umdiesen Ahnen allerlei Bediente in die andre Welt zu schicken. Es wird füreine Ehre gehalten, wenn der König selbst bei solchen Gelegenheiten den Scharf-richter abgibt. Zu diesen» Feste werden die europäischen Consuln eingeladen,und während der Hinrichtung singen die Neger in KreiStänzcn Lieder zumLobe ihres Monarchen. Tritt einer von ihnen fehl, so wird er mitten in den, Haufen der Opfer geführt und ebenfalls hingerichtet. Will der König irgendeinen» seiner Ahne,» eine frohe Nachricht zukommen lassen, so fertigt er denersten besten seiner Hofbedienten an ihn ab, indem er ihm, nach Mittheilungdes Auftrags, den Kopf abhaut. Die Dahomier haben ein sehr treues Ge-dächtniß, obgleich sie Nichts von Schrift wiffen. Ihre Sprache hat nicht soviel Nasen - und Kehltöne wie die der weiter westwärts wohnenden Nationen.Ihre Gesänge sind ziemlich wohlklingend, und sie wissen ihre plumpen musi-kalischen Inürumente gut zu behandeln. Wen» sie tanzen, so geschieht esmeistens bei Mondschein, unter einem großen Baume, wo sie sich höchst fan-tastisch gebärden. 20.

Daire oder D a i r o, s. I apa n.

D a k t y l i o g r a p h i k, die Stcinschneidekunst (s. d.).

Daktylische!',. griech., eine Sammlung von geschnittenen Steinen.Nirgends war die Sreinschneidekunst zu höherer Vollkommenheit gediehen alsin Griechenland , wo man geschnittene Steine nicht bloß in Ringen trug (da-her der Name von öc-xi-äX-oc, der Ring), sondern auch zum Siegeln gebrauchteund Prachtgefäße damit verzierte. Weit hinter den Griechen blieben in dieserKunst die Romer zurück; reiche Römer aber waren die Ersten, welche vonsolchen Steinen Sammlungei» anlegten. Scaurus, des Sylla Stiefsohn, machteden Anfang (i'iiniu^.II,>t. ,31, 5); der große Pompejus brachte desMuhridateS Sammlung nach Rom und stellie sie im Capitol auf; eine ungleichgrößere Cäsar im Tempel der Venus Genitrip, und unter August nachherM. Marcellus im Tempel des palatinischen Apollo. In neuern Zeiten wett-eiferten die Fürstenhäuser Italiens , auch diese Kunstschätze um sich zu versam-meln. Das Haus Gonzaga legte die erste Dakryliothck an, ihm folgte dasHaus Este zu Modena, das Hans Farnese, und in Florenz , aus dem HauseMedici, Lorenzo der Prächtige. Die Steine, die er besaß, sind noch kennbar,indem er die Gewohnheit harte, sie mit I.or., oder I.or. clo oder auchbloß >l. bezeichne» zu lassen. Seine Sammlung wurde zerstreut, von denMedici aber eine neue angelegt, der Grund zur jetzigen florentinischen, der be-trächtlichste» von allen: denn sie enthalt gegen 4000 Steine, In Rom ent-standen erst unter Julius II. und Leo X. unbedeutende Sammlungen. MariaPiccolomuu, ein römischer Prälat, hatte hier die beste, und Lucio Odescalchi,nachher Duca di Bragiani, erbte die der Königin Christina von Schweden .Späterhin hatte Roin die Sammlungen in der vaticanischen Bibliothek (mehrdurch Anfall als Plan zusammengebracht^, in den Palästen Barben,» undSrrozzi (Meisterwerke enthaltend, jetzt in St.-Petersburg ), und noch jetzt zeich-nen sich die den» Prinzen Piombino gehörige Ludovisische Sammlung und diedes Cardinals Borgia zu Velletri , berühmt durch ihre ägyptischen Steine undScarabäen, aus. Neapel hat schone geschnittene Steine im Cabinet zu Per-