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Dänische Sprache, Literatur und Kunst
haben. Die ersten Bildner dieser Sprache waren wol, wie in Schweden und Nor- ^wegen, die Skalden , welche in rein germanischen Mundarten dichteten, und denFürsten und Führern überall folgend, die Porter und Thaten ihrer Nation in reim- ilosen Versen sangen. Nach der Einführung des Christenthums (um 1000) dauer-ten nur noch die historischen Gesänge fort (bis 1205). Zur Einführung desselbenin Dänemark, womit zugleich die Schreibekunst bekannt wurde, legte der deutsche Misstonnair Anschar (s. Ansgar) den Grund. Knud (Kanin) der Große (1015 j— 1036 , vorzüglich durch seine Gemahlin Emma zu großem Eifer für das Chri-stenthum und zur Freigebigkeit gegen die Geistlichen bewogen, schickte angelsächsische <Lehrer nach Dänemark , stiftete die Bisthümer Schonen, Eeeland und Fühnen,und breitete auch im übrigen Norden das Christenthum aus. Er suchte Handelund Gewerbe zu befördern, ließ neue Münzen prägen und gab bestimmtere Ge- .sehe. Gleich nach dem Christenthum kam, besonders durch franz. Ritterzüge, auchdas Ritterthum nach Skandinavien und verbreitete sich leicht bei seinen zu kühnenUnternehmungen und Abenteuern aufgelegten Bewohnern. Am dänischen Hofewaren Ritterspiele etwas so Gewöhnliches, daß jeder Fremdling, der ihn besuchte,mit den Hofleuten eine Lanze brechen mußte. Die Dänen nahmen schon an derersten Kreuzfahrt Antheil. Dieser neue Geist der Ritterschaft mußte auch aufdie Poeste einen günstigen Einfluß haben. Das Älteste, was uns aus der däni-sche» Poesse noch übrig ist, ist das Epos von den Skyltingern, welches zuerst Thor-keliu vollständig herausgab („4>e O-nxnnn, leb. gcr>l. dem,!. III. et IV. I»>cnn.'tcllln. (lmle.u. etc.", Kopenh. 1815, 4.). Aus viel späterer Zeit (16. s
Jahrh.) ist die Sammlung der von Wedel und Syv und zuletzt von Abraham-!son, Nverup und Rahbeck 1812—14 in 5 Theilen herausgegebenen Kämpferweisen jund Liebesromanzen (Kjempeviser und El§kovSviser), welche der um die nordische ^Poeste verdiente W. L. Grimm („Altdänische Heldenlieder, Balladen und Märchen",Heidelberg 1811)»erdeulscht hat. Auch haben Nverup und Rahbeck eine auserlesene 'Sammlung angedruckter dän. Gedichte des MittelalrerS mir wichtigen Anmerkn»- >gen vor kurzem herausgegeben. Zwar ist ihr poetischer Werth ungleich, aber die 'meisten enthalten wahre Naturpocsie, und sind volkSthümlich. Die neuesten däni-schen Dramatiker haben aus dieser Fundgrube manchen Lrtoff geholt. Unter den >Heldenliedern deuten mehre auf den Cyeluö unsers altenHe ldenbuchs (s. d.) hin.Die ersten dän. Historiker sind Sueno (Svend) Aagesen (um 1188), und derberühmte ürommatien,, eigentlich Lang, aus «choncn (st. 1201), welcheBeide auf Veranlassung des Erzbisch. von Lund, Absalon, Ersterer eine kurze Ge-schickte der dänischen Könige von 300—1186 (,,8>ienc»>is o,ni^enlu",
ktl. 8tk-pl>.i». 8,»!>, 1642), Letzterer eine ausführt. GeschichteÄänemarks(„l!i!No-rino lil>l>. XVI.", e>I. 8wp>lii,,iiu- 8o,a, 1644 z Xlutriui 1441, 4.) bis 1186 in16 Bdn. in einer sorgfältigen latein. Sprache schrieben. Dänemarks Chronik vonSaro GrammaticuS hat N. Fr. S. Grundtvig ins Dänische übersetzt (Kopenhagen1818 — 22, 3 Thle., 4.). Die Reformation, welche (1524) vom Hofe ausging,mehr aber noch die Ausdehnung des Handels, hatten großen Einfluß aus die dän. Bil-dung. Durch die Reformation wurde der germanische Charakter der Literatur in Dä-nemark begründet, Deutsche gewannen entschiedenen Einfluß aus Kirche und Litera-tur; Dänen studirten in Deutschland; Deutsch war die Sprache des Hofs; Latei-nisch dieSprache derGelehrten. Die schriftstellerische» Versuche in der Landessprachewaren nock unbedeutend. Merkwürdig ist eine der luther. nachgebildete Übersetz, desN.T. (1521k. Erst im 16., mehr noch im 14. Jahrh, bildete sich die dän. Sprachezur Büchersprache und zeichnete sich durch melodische Sanftheit und Wohllaut, eben-sowie durch kräftige und entsprechende Bezeichnung des Abstracten aus. Doch scheintauch gegenwärtig die poetische Sprache die Prosa noch weil hinter sich zu lassen.Die erstedänischeSprachlehre wurde von Eriche Pontoppidan (Kopenh. 1668) ab-