Band 
Dritter Band. D bis E.
Seite
53
JPEG-Download
 

Darcet

Daphne

55

Bemerkenswerth sind: die Oberpfarrkirche zu St.-Marien, mit dem jüngsten Ge-richt von van Eyck; die Synagoge; das akad. Gymnasium; die narurforschendeGesellschaft mir einer -Sternwarte (diese Gesellschaft feierte ani 2. Jan. 18-0 ihrenSliftungStag zum 8-1. Male, auch gibt sie Denkschriften heraus^; das königl.Schiffsahrtsinstitut. 1823 sind 741 Schiffe ein -, und 758 ausgelaufen u. s. w.Im S. der Stadt zwischen der Weichsel und Nogat ist der fruchtbare Werder,eine Insel; ferner das Kloster Oliva (s. d.). Über die letzte Belagerung s. m.des Capital» IlrtoiS „stoüiiiou <lo l<> ,i<-ibn!io >Io D.uiri^ en 1813" (Baris1820), die „Ostreich, militair. Zeitschrift", 1825, 8. uno S. Heft, und Rapp's

„älüiiiistrcz".

Daphne, eine Tochter des FlufgotteS Pen-»s, wurde von Apollo, durchdessen List ihr Geliebter, LeucippuS, umgekommen war, mit Liebe verfolgt. Dieunempfindliche Nymphe flehte endlich die Erde (nach Andern ihren Vater Peni uS)an, sie in ihren Schoß aufzunehmen. Ihre Bitte wurde erhört; in dem Augen-blick, als Apollo sie mit ausgestreckten Armen umfassen wollte, ward plötzlich ihreFlucht gehemmt, die Füße wurzelten in die Erde, die Arme wurden zu Zweigen,und Apollo umarmte statt ihrer den ihm fortan geheiligten Lorbeerbaum.

D a p h n i s. Die sicilische Hirtcnsage preist ihn, des Hermes und einerNymphe Sohn lind von den Nymphen erzogen, als Ersmder des bukolischen Ge-dichts, und wegen feines Spieles auf der Hirtenflöte. Er weidete seine Kühe amÄtna . Eine Nymphe, Echenais, die der schöne Jüngling liebte, drohte ihm mitBlindheit, wenn er je eine Andre liebe. Von einer sicilischen Fürstentochker inWein berauscht, vergaß er sich, und zog sich die gedrohte Strafe zu. Einige lassenihn vor Gram sterben, Andre durch die Nymphe in Stein verwandelt werten.Älle Nymphen beweinte» seinen Tod, und Hermes erhob ihn in den Himmel.An der Stelle, wo er gestorben, floß ein Quell, an dem die Sstcilicr nach-mals jährlich opferten.

Darcet (IeanPierre Joseph), ein trefflicher praktischer Chemiker, der dieEntdeckungen in seiner Wissenschaft für das Aufkommen des franz. GewcrbwesenSauf das fruchtbarste benutzt hat, geb. 1787 zu Paris . Die Chemie war ei» Erb-theil seiner Familie; sein Vater, Iean D., der den 13. Febr , 1801 als Obcrauf-seher der Porzellanmanufaekur zu Scvres starb, zeichnete sich gleichfalls als prakti-scher Chemiker aus, und fein Großvater war der berühmte Rouelle, der Wieder-hersteller der Chemie in Frankreich . D. trat früh, als er durch das Studium derMathematik und Naturwissenschaften den Grund zu seiner Ausbildung gelegt hatte,in die praktische Laufbahn. Nachdem er in seinem 24.1. Münzwardein gewordenwar und u. a. bei der Pulverbereikung ein neues Verfahren im Großen ausgeführthatte, machte er Versuche mit der Zersetzung des SeesalzcS, und kam dahin, dieBereitung des Hydrats vom Protoryd des DarytinetallS im Großen zu bewirken.Diese Versuche führten zu neuen Entdeckungen über die Wahlverwandtschaften;aber von der größten Wichtigkeit für das Gewerbwefen war die Zersetzung des See-salzes, welche, im Großen wiederholt, endlich zur Anlegung von Manufacturcnkünstlichen NatruniS (-Lvda) führte. Unter seinen übrige» Entdeckungen zeichnenwir aus: die Auffindung des Verfahrens beim Härten der alten Waffen und beiden Legir,ingen von Kupfer und Erz; die AuSziehung von Kali aus Kastanien unddieBereitung dcS KastanienzuckerS; die Gewinnung der Gallerte aus Knochen mit-telst einer Säure. — Das Ludwigsspikal zu Paris verdankt ihm musterhafte Ein-richtungen zu Bädern und Räucherungcn, sowie er auch ein Mittel angab, die inSpitälern durch Mercurialsalben verunreinigte Wäsche zu bleichen. Von großerWichtigkeit war eine andre Entdeckung, wozu ein Preis von 3000 Fr. anregte,den der würdige RavrioDemjenigen bestimmt hatte, der ein Mittel fände, die Ver-goldet gegen die ungesunden Quecksilberdünsie zu sichern. D.'S Entdeckung, die